yes Nahversorger Center Ilztal

yes Nahversorger Center Ilztal Ich will alles und das immer? Dann bist Du bei uns richtig! yes Nahversorger Center tägl.

von 6-22 Uhr bietet:
Lebensmittelhandel, Trafik, Lotto-Toto, Bäckerei,
Tankstelle mit Markentreibstoffen, Shop, CarWash,
Café-Admiral mit Ö-Ticket Kartenbüro und Casino (0-24 Uhr)
Ilztalerhof mit Nächtigungsmöglichkeiten

Liebe KundInnen!Ich darf mich nun als Geschäftsführer der insolventen Rath GmbH zu Wort melden und meinen Standpunkt dar...
08/02/2026

Liebe KundInnen!

Ich darf mich nun als Geschäftsführer der insolventen Rath GmbH zu Wort melden und meinen Standpunkt darlegen.
Vorweg achte und respektiere ich jede persönliche Meinung und trage natürlich auch die volle und alleinige Verantwortung, für das was passiert ist, zumal ich in der Vergangenheit ja auch alles persönlich unterschrieben habe.

Nun, blicken wir 10 Jahre zurück, um ein Verständnis zu bekommen, wie sich Rahmenbedingungen im Laufe der Zeit maßgeblich verändert haben:
2016 wurde durch die gesetzliche Neuregelung des Steiermärkischen Glückspielgesetzes unser Geschäftsmodell ordentlich herausgefordert; 2019 kam das Nichtraucherschutzgesetz, das uns (als Trafikanten) zusätzlich 40% Einbußen bei den Gastro-Umsätzen bescherte. 2020 kam bekanntlich Corona und unser Gastronomiebetrieb wurde durch die auferlegten behördlichen Lockdowns stillgelegt. Die Tankstelle und der Lebensmittelhandel liefen als „sensible Infrastruktur“ weiter. Aufgrund dessen, dass aber alle Geschäftsfelder von einer GmbH betrieben wurden, gab es „0-Euro“ Förderungen für die geschlossene Gastronomie in Form einer nicht rückzahlbaren Umsatzersatzleistung. Was uns damals über die Runden geholfen hat, war ein Coronakredit in der Höhe von 500 T Euro, den wir mittlerweile mit dem hart verdienten Geld wieder – wenn auch nicht ganz – aber größtenteils abgestottert hatten.

Und dann erschien uns 2021 die Notwendigkeit, den Betrieb von damals 32 Mitarbeitern völlig zu restrukturieren, um massiv effizienter zu werden.
Der Umbau im Rahmen der Ökologisierungs- und Digitalisierungsoffensive ersparte uns 30% (!) Energiekosten, schuf durch PV und Wasserkraft eine Energie-Eigenversorgungsquote von knapp 70%, Blackout-Tauglichkeit und eine sehr schlanke Gesamtkostenstruktur. Soweit – so gut. Dann aber explodierten 2021 die Kosten für die einzelnen Gewerke Einrichtung, Elektrik, HKLS, Mess- und Steuertechnik und Wasserkraftwerk, sodass wir die ursprüngliche Kostenschätzung um rund 45% überzogen haben. Parallel mussten wir von den in Aussicht gestellten Fördermitteln für die umgesetzten Energiesparmaßnahmen bei der Endabrechnung zusätzlich eine Streichung von rund einem Drittel hinnehmen, weil wir ja mit wesentlich geringeren Kosten bei der Einreichung kalkuliert haben.
So weit – immer noch gut.
So wirklich in Bedrängnis sind wir aber dann mit der Hochzinsphase ins drudeln gekommen, ein variabler Zinssatz schnellte von 1,375% auf 6%, später durch die Überziehungszinsen noch höher.

Ja, und jetzt ist schlussendlich der Tag gekommen, an dem man seine Rechnungen nicht mehr bezahlen kann, weil das Konto von den oben erwähnten Komponenten leergefegt war. Wenn ich in dieser Situation Bestellungen bei meinen Lieferanten aufgebe mit dem Wissen, dass wir diese sehr wahrscheinlich nicht pünktlich zahlen können, dann gehe ich unmissverständlich ins Gefängnis. (So etwas tut man nicht!)

So, und jetzt gibt’s einen Haufen Scherben und die Gläubiger:
Der Hauptgläubiger ist die Bank, die zur Gänze durch geschäftliche und private Pfandrechte, vinkulierte Lebensversicherungen und persönlichen Haftungen abgesichert ist.
Dann kommt meine Frau und ich, die wir die letzten Jahre Privatkredite aufgenommen haben, um Liquidität ins Unternehmen zu bringen. (Dieses Geld ist auf alle Fälle einmal nachrangig, allen anderen Forderungen gegenüber)
Dann kommt sehr lange nichts, und dann kommen die Lieferanten von Treibstoffen, die (leider nur zum Großteil und nicht gänzlich) Risikoversicherungen abgeschlossen haben und der Risikofall nun eingetreten ist.
Und dann kommen Forderungen des Finanzamtes und der ÖGK.
Die weiteren Gläubiger sind dann der Lebensmittel-Großhandel, die Einkaufsgenossenschaft (die auch alle Sublieferanten absichert) und die Lieferanten von Rauchwaren für die letzten zwei Kalenderwochen, ein Personaldienstleister und ein Lieferant für Autopflegemittel, sowie AKM und ÖAMTC, im Wesentlichen.
Die noch offenen Löhne und Gehälter für den Jänner werden zu 100% vom Insolvenzausgleichsfonds erstattet, den wir mit unseren Lohnnebenkosten über all die Jahre dotiert haben.

Und jetzt geht’s um die Weiterführung:
Alles oder Nichts!
Der von Gericht bestellte Masseverwalter als Vertreter der Gläubiger macht einen hervorragenden Job, um unbedingt diese durchschnittlich rund 1.100 Kunden pro Tag zu halten und diesen Ort als zentralen Nahversorger seit Gründung im Jahre 1888 auch für künftige Generationen zu retten. Unser großartiges Team an MitarbeiterInnen und wir selbst geben – so wie in allen Jahren zuvor – 100%!

Leute, wir brauchen euch jetzt, mehr denn je!
Vielen Dank,
euer
Seppi Rath

Die Rath GmbH in Großpesendorf ist zahlungsunfähig und hat vier Millionen Euro Schulden. Ein Sanierungsverfahren wurde beantragt.

Adresse

Großpesendorf 41
Großpesendorf
8211

Öffnungszeiten

Montag 06:00 - 22:00
Dienstag 06:00 - 22:00
Mittwoch 06:00 - 22:00
Donnerstag 06:00 - 22:00
Freitag 06:00 - 22:00
Samstag 06:00 - 22:00
Sonntag 06:00 - 22:00

Telefon

+43311322720

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