22/10/2021
Dein Kind isst am liebsten Eis und Chips?
Alle Kinder haben eine angeborene Präferenz für Süßes und Salziges und eine angeborene Abneigung zu Saurem und Bitterem.
Das macht evolutionsbiologisch auch Sinn und schützt vor Giftigem. Diese Abneigung geht erst weit im Schulalter oder manchmal auch erst im Erwachsenenalter zurück. Das ist wichtig zu wissen, denn der Satz: „Aber das ist ja so lecker!“ ist vollkommen sinnlos, denn wir wissen gar nicht, wie das Kind etwas schmeckt.
Kinder kommen mit kleineren, aber viel dichter gepackten Geschmacksknospen auf die Welt als Erwachsene sie haben. Im Laufe des Lebens werden diese Geschmacksknospen weniger, was dazu führt, dass wir im Alter vielfältiger essen – einfach, weil wir es nicht mehr so genau schmecken!
Studien zufolge ist jedes vierte bis zehnte Kind kein „wählerischer“ Esser, sondern ein sogenannter Supertaster. Diese Menschen sind scheinbar sehr „penibel“ beim Essen, schneiden den Fettrand vom Fleisch ab und mögen keine Oliven. Sie schmecken „bitter“ und „fettig“ besonders intensiv, sind also nicht „mäkelig“: Sie nehmen Essen einfach völlig anders wahr als andere.
Und das ist nicht anerzogen, wie oft behauptet wird, sondern weitgehend ererbt - Forschende nennen das eine Gen-Nährstoff-Interkation.
Zur Beruhigung aller Eltern sei gesagt: Es ist wissenschaftlich belegt, dass Kinder sich bis zu zwei Jahre relativ ungefährlich einseitig ernähren können, solange es „gesunde“ Einseitigkeit ist. Gefährlich wird es, wenn die Kinder kalorienüber-, aber nährstoffunterernährt sind - also zum Beispiel ständig Pommes essen.
Und warum essen Kinder im Kindergarten mehr, vielfältiger und mit weniger „Theater“ als zu Hause? Es liegt nicht an den herausragenden pädagogischen Fähigkeiten des Personals. Es liegt einfach daran, dass Kinder das tun, was andere Kinder tun.
Hast du auch einen sogenannten Supertaster zuhause? Oder bist du vielleicht sogar selbst einer?
Dieser Post ist aus dem „Elternkompass“ entstanden.