14/08/2026
Maria Smirnova von Sprott unterteilt die Goldpreisentwicklung 2026 in drei Phasen: Zu Jahresbeginn trieben Staatsschulden, geopolitische Spannungen und Zentralbankkäufe Gold auf Rekordstände. Ab März folgte eine kräftige Korrektur durch Liquiditätsbedarf, einen stärkeren Dollar und die Aussicht auf länger hohe US-Zinsen. Seit Sommer lässt der Verkaufsdruck nach, die physische Nachfrage zieht an – für Sprott eher eine zyklische Korrektur als das Ende des Aufwärtstrends.
Strukturell bleibt Smirnova optimistisch: Wachsende Staatsschulden und Haushaltsdefizite stärken Zweifel an der Stabilität traditioneller Währungen. Gold gewinnt als schuldenunabhängiger Vermögenswert an Bedeutung. Auch die geopolitische Fragmentierung treibt Zentralbanken zur Diversifizierung ihrer Reserven – Gold spielt dabei eine zentrale Rolle. Die Notenbanken kauften selbst während der Korrektur weiter und schufen damit einen wichtigen Preisboden.
Bei Silber fällt das Bild noch breiter aus: Das Edelmetall profitiert sowohl als Sachwert als auch als Industriemetall – durch Photovoltaik, Elektrifizierung und KI-Infrastruktur wächst die Nachfrage stark, während das Minenangebot nicht mithalten kann. Strukturelle Angebotsdefizite bestehen seit Jahren.
Fazit: Die Korrektur bei Gold und Silber ist für Sprott kein Trendbruch. Da die Preise deutlich von ihren Hochs zurückgekommen sind, während die fundamentalen Treiber intakt bleiben, hat sich das langfristige Chance-Risiko-Verhältnis nach Einschätzung Smirnovas sogar verbessert.