21/12/2025
⚠️🎆Diese Grafik taucht immer wieder in den Kommentarspalten auf, meist im Zusammenhang mit Kritik an Feuerwerk. Deshalb möchte ich die darin enthaltenen Aussagen einmal sachlich einordnen und mit belastbaren Zahlen richtigstellen.🎆⚠️
Unbestritten ist, dass starker Lärm Tiere stressen kann. Dazu zählt auch, dass einzelne Winterschläfer wie Igel durch Störungen aufwachen können. Das ist jedoch kein Phänomen, das ausschließlich an Silvester auftritt. Ganzjährig wirken zahlreiche vom Menschen verursachte Faktoren auf Wildtiere ein, etwa Verkehr, Bauarbeiten, Gartenpflege im Winter, Laubbläser, Rodungen oder das Stören von Winterquartieren. Feuerwerk ist dabei nur ein zeitlich sehr begrenzter Teil eines deutlich größeren Gesamtproblems.
Auch die in der Grafik genannten hohen Vogelzahlen müssen differenziert betrachtet werden. Es gibt keine belastbaren Belege dafür, dass in einer einzigen Silvesternacht tausende Vögel durch Feuerwerk sterben. Der Naturschutzbund Deutschland weist vielmehr darauf hin, dass Vogelverluste überwiegend ganzjährig durch andere Ursachen entstehen.
So schätzt der NABU, dass z.B. jährlich rund 100.000 Vögel durch Kollisionen mit Windkraftanlagen zu Tode kommen. Deutlich gravierender sind andere menschengemachte Gefahren. Nach NABU-Schätzungen sterben jedes Jahr bis zu 115 Millionen Vögel durch Kollisionen mit Glasscheiben und verspiegelten Fassaden. Weitere bis zu 70 Millionen Vögel kommen im Straßen- und Bahnverkehr ums Leben. Auch freilaufende Hauskatzen stellen mit bis zu 60 Millionen getöteten Vö**ln pro Jahr eine erhebliche Belastung für die Vogelwelt dar. Diese Zahlen zeigen, dass die Hauptursachen für Vogelverluste ganzjährig wirken und nicht auf einzelne Ereignisse reduziert werden können.
Ebenso unzutreffend ist die Aussage, 70 Prozent aller Haustier-Vermisstenanzeigen würden am 1. Januar entstehen. Daten von TASSO zeigen zwar, dass an Silvester und Neujahr deutlich mehr Hunde als an einem durchschnittlichen Tag entlaufen. Bei Katzen liegt die Zahl der Vermisstenmeldungen jedoch nicht über dem normalen Tagesdurchschnitt. Von 70 Prozent kann daher keine Rede sein.
Tierschutz ist ein wichtiges Thema. Gerade deshalb sollte die Diskussion auf überprüfbaren Fakten beruhen und Zusammenhänge korrekt darstellen. Emotional zugespitzte Grafiken mit überzeichneten oder falschen Angaben tragen nicht zu einer sachlichen Debatte bei und helfen den Tieren am Ende nicht weiter.
Bitte diskutiert sachlich‼️
Feuerwerk.News