03/09/2026
Liebe Freundinnen und Freunde und Music Lover, werte Stammkundschaft!
Während längst Algorithmen der Streaming-Konzerne darüber entscheiden, welcher Song als nächster in die Kopfhörer der Massen tropft, und KI zunehmend nicht nur die Playlists, sondern bereits ganze Kompositionen generiert, verliert Musik in eben jenem Tempo ihre Fingerabdrücke – also alles Abweichende, Überraschende, Zufällige, auch Unperfekte, das einen beliebigen Klang erst in ein besonderes Gefühl verwandeln. Spotify und Konsorten haben aus dem Hören und Erleben ein flüchtiges Konsumverhalten gemacht, optimiert auf Verweildauer statt auf Wirkung, und die algorithmische Logik dahinter kennt keine Stille, keine Wut, keine Trauer – nur Skip-Raten. Dabei geht genau das verloren, was die hier vorgestellten Alben auszeichnet: musikbesessene Menschen, die im Studio brennen, sich streiten, verzweifeln und triumphieren, deren Instrumente verstimmt klingen dürfen, weil das Leben eben so spielt. Ob J Mascis' wiedergefundener Röhrenamp, Sam Quartins schonungslose Selbstbefragung, das aus der Gruft geholte Ardent-Band der Cramps oder ein fünfzig Jahre lang verschollenes Sun-Ra-Tape aus Chicago – all das sind Artefakte einer analogen, hintergründigen Musikproduktion, die sich keinem eintrainierten Datensatz je wird entlocken lassen. Vinyl und CD sind als Tonträger also keine nostalgische Marotte, sondern ein bewusster Gegenentwurf: als physische Medienformate zwingen sie zum Zuhören statt zur Nebenherberieselung. Sie geben der Musik ihren Kontext, ihr Artwork, ihre Haptik zurück, erschaffen dabei eine zusätzliche, andersartige Räumlichkeit (zur Live-Performance): alles Kriterien, die der automatisierte, sterile Stream niemals erfüllen wird (und wohl auch nicht soll).
Während längst Algorithmen der Streaming-Konzerne darüber entscheiden, welcher Song als nächster in die Kopfhörer der Massen tropft, und KI zunehmend nicht nur die Playlists, sondern bereits ganze Kompositionen generiert, verliert Musik in eben jenem Tempo ihre Fingerabdrücke â....