12/08/2026
Aus der Reihe: Dümmer geht immer!
Niedliche Leopard-Labrador-Welpen?
Hübsche Vizslaraner?
Neue Farbtrends? Kein Problem für Herr und Frau Hobbyzüchter und Mr. und Misses „Radneuerfinder“. Outcross und Backcross sind zwei Begriffe, die die Hundebubble dominieren.
Der Grundgedanke? Genpoolsanierung.
Das Ergebnis? Extravagante Farbschläge, die sich super verkaufen lassen.
Im Beispielbild sehen wir Leopard-Labis.
4. Generation Backcross.
➡️Sind diese Hunde nun gesünder? Nein.
Warum? Labi × Aussie. Beide Rassen tragen genetische Dispositionen für Erkrankungen wie HD und ED. Beide Erkrankungen sind polygen – das heißt, die Veranlagung wird über hunderte von Genen weitergegeben. Das bedeutet: Diese Welpen haben weiterhin ein sehr hohes Risiko für HD und ED.
➡️Wie kommt es zur Farbe?
Labradore tragen kein M-Gen (Merle). Der Aussie hat das M-Gen (eine Mutation auf dem PMEL-Gen) in den Genpool gebracht. Da die „Züchterschaft“ hier von der 4. Generation Backcross spricht, blieb ihnen nichts anderes übrig, als ab der 1. Generation explizit auf die Farbe zu selektieren.
Und wo ist hier das Problem?
Reine Exterieurzucht ist die Ursache jeglichen Übels in der Rassehundezucht. Zudem unterliegen solche „Zuchten“ nicht der FCI oder anderen anerkannten Rasseverbänden. Deswegen müssen die Elterntiere auch nicht zu den zuchtzulassungsüblichen Wesenstests.
➡️Das Resultat?
Hübsches Fell mit schlechtem Nervenkleid. Sonderfarben mit Herzfehler. Designermix mit chronischer Gastritis und übermässiger Fellproduktion.
Lasst euch nicht lumpen. Entweder „Adopt don't shop“ oder ein Welpe von sachlich versierten Züchter:innen, die sich wirklich mit Genetik auskennen!