07/08/2026
Der Strukturwandel im Tankstellenmarkt verläuft nicht linear, sondern steuert auf einen ökonomischen Kipppunkt zu. In der Anfangsphase der Mobilitätswende sinkt die Zahl der Zapfsäulen nur schleichend, da der Bestand an Verbrennerfahrzeugen hoch bleibt. Sobald jedoch der Anteil von Elektrofahrzeugen eine kritische Masse auf dem Markt erreicht, bricht der Kraftstoffabsatz pro Station ein, wodurch die Fixkosten für die Betreiber untragbar werden.Ab diesem spezifischen Wendepunkt setzt eine exponentielle Beschleunigung des Tankstellensterbens ein. Sinkende Einnahmen zwingen die ersten Betreiber zur Schließung, was die logistischen Kosten für die Belieferung der verbleibenden Stationen im selben Gebiet in die Höhe treibt. Dieser Domino-Effekt führt dazu, dass das Versorgungsnetz nicht schrittweise schrumpft, sondern in ganzen Regionen schlagartig kollabiert.Am Ende dieser Entwicklung steht eine ökonomische Todesspirale für die verbleibende fossile Infrastruktur. Durch die sinkende Tankstellendichte steigen die Transportwege für Kraftstoffe und der Wettbewerb schwindet, was die Preise an den verbleibenden Zapfsäulen massiv nach oben treibt. Höhere Kraftstoffpreise und längere Anfahrtswege beschleunigen wiederum den Umstieg der letzten Verbraucher auf alternative Antriebe und entziehen dem alten System endgültig die Existenzgrundlage.