01/08/2026
NICOLAISCHER AUGUST-NEWSLETTER 2026
Link zum Original-Newsletter der Nicolaischen:
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IN DIESER AUSGABE
Editorial & Martinas Monatsrezept
Nicolaische Buchempfehlungen
Das Schwarze Brett: Seit 1922 - DIN Veranstaltungen im August und in der ersten Septemberhälfte
TERMINE AUF EINEN BLICK
Mi 26. August · 19:30 · Schreibwerkstatt · mit Wiebke Eden Friedenau
Do 03. September · 10-19 Uhr ·100 Jahre in der Rheinstraße · die NICOLAISCHE in Friedenau
Di 08. September · 19:30 · Das Fenster · von und mit Gabriele Treige · Friedenau
Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kunden, liebe Gäste,
liebe Freunde des gedruckten Wortes,
„Ich vertraue darauf, dass der Mensch eine widerspenstige und lernfähige Kreatur ist.“ , sagte der bulgarische Schriftsteller Georgi Gospodinov.
Wir hoffen, dass sich dieser Satz bewahrheiten möge – hat man doch derzeit den Eindruck, dass nicht nur die Wälder in den Mittelmeerregionen brennen. Nicht nur dort macht sich der Klimawandel bemerkbar, auch hier ächzen wir unter den hohen Temperaturen.
Die richtig heißen Zeiten kommen jedoch noch. Drei Landtagswahlen stehen bevor, bei denen ungewiss ist, wie sie ausgehen werden, da die Wähler sich kaum zwischen ‚Pest oder Pocken‘ entscheiden können. Die Koalition in Berlin gibt kein gutes Bild ab, der Kanzler wankt, die Wirtschaft schlingert und die gesamte Weltlage gibt auch keinen Anlass zu Optimismus...
Was soll Hoffnung geben, wenn wir tagtäglich in schlechten Nachrichten ertrinken?
Die richtige Antwort lautet: Gute Nachrichten!
Die gibt es nämlich auch, nur sind diese nicht so spektakulär und schieben die Verkaufszahlen der Medien nicht in die Höhe.
Ein paar Beispiele für gute Nachrichten sind –
Der U-Bahnhof Nollendorfplatz trägt ab sofort den Zusatz ‚Im Regenbogenkiez‘. Das Eingangsschild zeigt zudem die Regenbogenfarben.
Kolumbien hat als erstes Land in Lateinamerika ein Gesetz gegen weibliche Genitalverstümmelung verabschiedet. Es setzt auf Prävention, Aufklärung und Gesundheitsversorgung.
Deutschland fördert den Umbau leerstehender Büros zu Wohnungen mit bis zu 30.000 € pro neuer Wohneinheit. Das neue Förderprogramm soll mehr Wohnraum in Städten schaffen, in denen Büroflächen leer stehen und Wohnungen fehlen.
Wer noch mehr gute Nachrichten erhalten will, gehe auf diesen Link: https://goodnews.eu/
Und es gibt noch eine gute Nachricht! Wir begehen ein Jubiläum!
Die NICOLAISCHE ist seit 100 Jahren in der Rheinstraße 65 beheimatet!!!
Das wollen wir mit Ihnen feiern – unser Jubiläumstagsprogramm finden Sie weiter unten in unserem Newsletter bei den Veranstaltungen.
Halten Sie sich schon einmal den 03. September frei und feiern mit uns!
Martinas Monatsrezept
Hähnchen-Pfanne mit Aprikosen, Pflaumen + Mandeln
Ingredienzien 4 Personen
800g Hähnchenschenkel ohne Knochen, in mundgerechte Stücke für die vegetarische Variante: Tempeh
2 große Zwiebeln, in Streifen
4 Knoblauchzehen, gehackt
Je 80g getrocknete Aprikosen und getrocknete Pflaumen 80g ganze Mandeln
2 EL Honig
1⁄2 TL Cumin
1 Msp. Kardamom 1 Nelke
1 Lorbeerblatt
1TL gem. Rosmarin 1/2 TL Muskatblüte 1 TL Zimt
1 TL frisch geriebener Ingwer
1 TL gem. Kurkuma oder auch frisch gerieben
500 – 600 ml Hühner- oder Gemüsebrühe
3 EL Olivenöl
1 1⁄2 Tl Salz
1 EL Sesam und frische Petersilie und Koriander vor dem Servieren drüber streuen
1. Die Nelke mörsern und - außer Zimt und Kurkuma - sämtliche Gewürze in einem Schüsselchen mischen.
2. Das Olivenöl in einer großen Soßenpfanne erhitzen. Die Hähnchenstücke mit der Gewürzmischung und 1⁄2 Tl Salz bestreuen. Bei scharfer Hitze goldbraun anbraten und herausnehmen.
3. Jetzt die Zwiebeln in der Pfanne geben, einen 1⁄2 Tl Salz darüber streuen und bei mittlerer Hitze ca.12 Minuten langsam schmoren. Sie müssen ein bisschen Farbe bekommen. Knoblauch dazugeben und kurz mitbraten. Zimt und Kurkuma über die Zwiebeln streuen und 20-30 Sekunden mitrösten.
4. Die Hähnchenteile zurück in die Pfanne legen und die Hühnerbrühe angießen. Sobald es simmert, den Honig unterrühren. Bei kleiner Hitze und geschlossenem Deckel ca. 30 Minuten simmern lassen.
5. Nun die Aprikosen, Pflaumen und Mandeln in die Sauce geben und weitere 10 Minuten mitköcheln lassen. Die Früchte werden in der Soße weich. Ggf. den letzten 1⁄2 TL Salz in die Soße geben – abschmecken.
6. Alles in eine gewärmte Schüssel geben, wer mag streut Sesam, Petersilie und Koriander darüber. Dazu gibt es warmes Fladenbrot oder Baguette.
Nicolaische Buchempfehlungen aus Friedenau und Kladow
Lori
Anousch Mueller C.H.Beck Verlag - 24 €
Thüringen, 1995. Auf einem verlassenen Bahnhof wächst Leni mit ihren fünf Geschwistern auf. Spielen auf Bahnschienen, Herumstreifen an verlassen wirkenden Orten und Abschiedsstimmung prägen ihre Kindheit. Seit sie denken kann, spürt Leni, dass etwas in ihrer Familie nicht stimmt. Als junge Frau macht sie sich auf die Suche nach dem Unausgesprochenen, dem Geheimnis, das ihr Leben prägt.
Im Zentrum steht ihre Schwester Lori und die Frage, was mit ihr geschah. Die Suche nach Antworten führt sie bis in die frühen siebziger Jahre der DDR zurück. Möglicherweise gab es menschliche Schicksale, wie die hier erzählten, gar nicht selten. Mehrere Filme und Bücher haben uns schon mitgenommen in die Welt der Aufarbeitung der deutsch-deutschen Geschichte.
An "Lori" hat Anousch Mueller dreizehn Jahre gearbeitet. Sie sagt, die Geschichte sei nicht autobiografisch.
Mich hat die durchdachte Komposition des Erzählflusses fasziniert. Ich habe eine große Intensität gespürt, die ich auf die einfühlsame Sprache und subtile Atmosphäre zurückführe und die umso mehr an Spannung gewinnt, je deutlicher die Sprache und Erzählweise lakonisch ruhig werden.
Die Aufarbeitung der Geschichte der zwei Deutschlands, sei es gesellschaftlich oder in den Familien, scheint längst noch nicht abgeschlossen.
Diese Buchempfehlung gibt Ihnen Susanne Ölke aus Friedenau.
Tanzende Frau, blauer Hahn Dana Grigorcea
Penguin Verlag - 22 €
Lassen Sie sich betören von der Stimmung in diesem Roman. Es ist fast immer Sommer, denn nur im Sommer kommt Roxana Großmutter und Großtante besuchen, und nur im Sommer trifft sie auf Camil, der in den kommenden Jahren ihr engster und liebster Gefährte sein wird.
Es sind die Neunziger Jahre in den rumänischen Karpaten, die Zeit nach der Wende. Busteni heißt der Ort, in dem Camil aufwächst und den Roxana, die aus Bukarest kommt, nur für ein paar Wochen im Jahr erlebt.
Die beiden verbringen viel Zeit bei der Beobachtung von Menschen, zum Beispiel Madame Smara, der ein Kirschbaum im Haus wächst, oder Frau Helman, die wunderschön ist wie die weibliche Hauptfigur in der Telenovela, die alle täglich von der staubigen Straße fegt.
Immer geht es Roxana und Camil um die Liebe und das, was sie aus den Menschen macht. Parallel zu ihrer Geschichte begibt sich eine Schriftstellerin mit einem Musiker auf Lesereise und trägt Textpassagen über jene Sommer vor. Wie hängt das eine mit dem anderen zusammen?
Dana Grigorcea legt eine kunstvoll konstruierte Geschichte vor, die ein bisschen traurig ist, ein bisschen melancholisch, aber auch lustig und von traumwandlerischer Leichtigkeit.
Diese Buchempfehlung gibt Ihnen Wiebke Eden aus Friedenau.
Querfeldein
Alex Capus
Carl Hanser Verlag - 25 €
Nach 'Das kleine Haus am Sonnenhang' Alex Capus' neuer Roman über einen Gasthof und die Frage: Wie findet man innere Ruhe im Leben?
In einem Schweizer Dorf an der Grenze zu Deutschland führt vor hundert Jahren der junge Wirt Arnold einen Gasthof.
Bunte Vögel und düstere Gestalten überqueren die Grenze, manche kommen auch nachts und querfeldein. Am Stammtisch sitzen die Witzbolde aus dem Dorf. Eines Tages naht eine Fremde hoch zu Ross durch den Schnee. Ihr Name ist Betty. Arnold heiratet sie und bekommt mit ihr acht Kinder.
Das Leben nimmt seinen Lauf, bis sich die älteste Tochter Clara 1933 in einen Schmuggler namens Hermann verliebt. Der bringt die Uniformierten auf beiden Seiten der Grenze gegen sich auf. Es kommt zum Drama - und das Dorf erhebt sich gegen eine Großmacht.
Alex Capus ist ein Meister darin, aus historischen Stoffen große Romane zu machen.
Diese Buchempfehlung gibt Ihnen Angela Hermann aus Friedenau.
Wenn die Bienen schweigen
Caryl Lewis
Aus dem Englischen
übersetzt von Anu Stohner dtv Reihe Hanser - 18€
Jess kennt die Welt in der wir heute leben nur aus den Erzählungen ihrer Großmutter.
Sie wird in der Zeit nach der Klimakatastrophe geboren, als es bereits keine einzige Biene mehr auf der Erde gibt und die Menschheit durch schwere Naturkatastrophen kurz vor ihrem Ende steht.
Alle Mädchen ab dem Alter von elf Jahren werden in Lagern gezwungen per Hand Blüten zu bestäuben und so schnell wie möglich Kinder zu bekommen, um das Aussterben der Menschheit zu verhindern.
Jess hat nichts, außer ihrem Pinsel, ihrem Mut und der Überzeugung, dass sie ein besseres Leben als dieses verdient.
Als sie durch Umwege an Farben gelangt, malt sie mitten in der Nacht heimlich ein Bild an die Gefängnismauer - ohne auch nur im Ansatz zu ahnen, welche Ereignisse sie damit ins Rollen bringt...
Ab 14 Jahren
Diese Buchempfehlung gibt Ihnen Julia Bolz aus Kladow.
Die Auster
Yael Inokai
Hanser Berlin - 23 €
Yael Inokais neuer Roman Die Auster nutzt die Hauptstadt als Bühne für eine Geschichte, die weit über die Grenzen des Kriminalromans hinausweist.
Wer sich bei den Schilderungen eines traditionsreichen Luxuskaufhauses an das KaDeWe erinnert fühlt, liegt vermutlich nicht falsch – auch wenn der Name des Hauses nie fällt. Das Kaufhaus wird zum Mikrokosmos einer Gesellschaft, in der Reichtum und Armut, Sichtbarkeit und Unsichtbarkeit Tür an Tür leben.
Im Mittelpunkt steht die 73-jährige Leonora Bloch, die seit Jahrzehnten als Reinigungskraft arbeitet. Als sie eines Tages die Leiche ihres wohlhabenden Arbeitgebers in dessen Wohnzimmer entdeckt, beginnt eine Ermittlung, die weit mehr freilegt als die Umstände eines Mordes. Noch bevor die Polizei eintrifft, hat Leonora die Spuren beseitigt – eine Handlung, die ebenso rätselhaft wie konsequent erscheint.
Von diesem Moment an entspinnt sich ein Geflecht aus Vermutungen, Erinnerungen und verborgenen Beziehungen, dem die Leserinnen und Leser mit wachsender Spannung folgen.
Die ermittelnde Kommissarin und der kriminalistische Plot bleiben stets präsent, dienen jedoch vor allem als Gerüst für eine vielschichtige Erkundung menschlicher Schicksale.
Sprachlich bleibt Yael Inokai ihrem Ruf als feinsinnige Stilistin treu. Ihre Sätze sind klar und zugleich von einer subtilen poetischen Kraft getragen. Sie schreibt mit großer Empathie für ihre Figuren, ohne sie jemals zu idealisieren. Der Kriminalfall entwickelt einen Sog, doch die eigentliche Stärke des Romans liegt in den Zwischentönen, im Ungesagten und in den Fragen nach gesellschaftlicher Zugehörigkeit.
Ein Buch, das Spannung erzeugt, ohne sich auf sie zu verlassen, und das lange nach der letzten Seite nachhallt.
Diese Buchempfehlung gibt Ihnen Eva Laging aus Kladow.
DAS SCHWARZE BRETT
Tag der Papierformate –
Publikation der Norm DIN 476 am 18. August 1922
Diese Norm führte mit einem Grundformat (DIN A0) von genau einem Quadratmeter Fläche und einem Seitenverhältnis von 1:√2 erstmals ein einheitliches System für Papiergrößen ein. Wesentlich beteiligt war hier der Mathematiker Dr. Walter Porstmann (1886–1959), der mit der DIN 476 Umwelt und Praxis in Einklang brachte.
Der Tag der Papierformate erinnert an ihn, den Vater der deutschen Papierformat-Norm, und an den kulturellen sowie praktischen Nutzen seiner Arbeit. Denn die heute weltweite A-Reihe (z.B. A4-Briefbogen, A3-Plakate) basiert auf seiner Idee. 1975 wurde aus DIN 476 sogar die internationale Norm ISO 216; das Format A4 hat sich seither weltweit durchgesetzt.
Genießen Sie den August, egal ob Sie in den Ferien weilen oder im sommerlichen Berlin!
Nicht zu heiße Tage wünscht Ihnen Ihre Martina Tittel
Berlin, den 01. August 2026
Nicolaische Veranstaltungen
AUGUST / SEPTEMBER 2026
FRIEDENAU
NICOLAISCHE SCHREIBWERKSTATT
MIT WIEBKE EDEN
26. August - 19:30 Uhr NICOLAISCHE BUCHHANDLUNG Rheinstraße 65
12159 Berlin-Friedenau
Teilnahme: 15 €
Eingeladen sind alle, die immer schon mal schreiben wollten oder geschrieben haben und auf der Suche nach neuen Ideen sind.
An diesem Abend verfassen Sie eigene kleine Texte oder Textanfänge für längere Erzählungen. Sie lernen verschiedene kreative Techniken kennen und erwerben literarisches Handwerkszeug. Dabei können Sie aus Ihrer eigenen Biografie schöpfen oder Ihre Phantasie spielen lassen und frei erfinden. Immer probieren wir etwas Neues aus – lassen Sie sich überraschen!
Wiebke Eden, geboren 1968, arbeitete als Journalistin, bevor sie anfing, Romane zu schreiben. 2008 erschien ihr Debüt „Die Zeit der roten Früchte“ (Arche Verlag), 2018 der Roman „Die Schatten eines Jahres“ (Bübül Verlag Berlin). Außerdem veröffentlichte sie Erzählungen. Sie ist Mitarbeiterin der Nicolaischen Buchhandlung.
Weiteres finden Sie unter www.wiebke-eden.de
Unser Buchtipp:
Ein einziger brillanter Satz Claire Messud
Nagel & Kimche - 24 €
100 JAHRE DIE NICOLAISCHE IN FRIEDENAU
SIE SIND EINGELADEN UND
ES WIRD GEFEIERT!!!
3. September 2026
ab 10:00 Uhr
in der Nicolaischen Buchhandlung Rheinstraße 65, 12159 Berlin-Friedenau
Unser Programm für Sie:
eine Ausstellung mit dem Titel: 100 Jahre – 100 Bücher
eine Schaufenster-Präsentation der Buchhandelsgeschichte, die eng mit unserem Bruder, dem Nicolaiverlag zusammenhängt
eine Fotoausstellung in den Schaufenstern, die Bilder von einem früheren Friedenau zeigen (vielen Dank für die Unterstützung an die Edition Friedenauer Brücke!)
und eine Tombola bei der jedes Los gewinnt!
Außerdem spielt ab 17 Uhr einer der Stammkunden, gemeinsam mit weiteren sieben MusikerInnen des Weltmusikensembles „Blackbird Café-Orchestra“ vor der Buchhandlung auf der Straße.
Ab mittags werden Getränke und Snacks angeboten und das gesamte Team der Buchhandlung wird an diesem Tag für Sie da sein. Auf Ihren Besuch freut sich die Nicolai-Crew und die will auch noch etwas von Ihnen wissen:
Unsere Fragen an Sie:
I. Seit wann kaufen Sie in der Nicolaischen ein? ________________________________________________________
II. Können Sie ein Buch aus all den Jahren hervorheben, das Sie anderen Kunden/innen empfehlen möchten ? ________________________________________________________
III. Haben Sie Wünsche an die Nicolaische Buchhandlung ? ________________________________________________________
BITTE GEBEN SIE IHRE ANTWORTEN BEI HERRN BORN AB. IM SEPTEMBER WERDEN WIR MIT IHREN EMPFEHLUNGEN DEN KUNDEN-EMPFEHLUNGS-TISCH AUFBAUEN!
FRIEDENAU
DAS FENSTER
VON UND MIT GABRIELE TREIGE
LESUNG & GESPRÄCH
Mit kurzen Stücken auf der Geige begleitet von Regina Seehausen
08. September - 19:30 Uhr NICOLAISCHE BUCHHANDLUNG Rheinstraße 65
12159 Berlin-Friedenau
Eintritt frei!
Ein Sonntag im Mai, still und verheißungsvoll. Das Licht fällt weich in den Innenhof, alles scheint seinen gewohnten Gang zu gehen. Wie jeden Morgen richtet die Ich-Erzählerin ihren Blick auf das gegenüberliegende Fenster der Mutter - ein stummes Ritual der Vergewisserung, dass alles in Ordnung ist. Doch an diesem Tag bleibt das Fenster geschlossen.
Was als flüchtige Irritation beginnt, wächst sich im Laufe der Stunden zu einer quälenden Unruhe aus. Gedanken kreisen, Erinnerungen drängen sich auf, alte Verletzungen und unausgesprochene Konflikte treten hervor. Die Beziehung zwischen Mutter und Tochter, stets von Nähe und Distanz zugleich geprägt, beginnt sich neu zu ordnen.
Während draußen das Leben scheinbar ungerührt weitergeht, gerät im Inneren der Erzählerin alles ins Wanken. Was, wenn sich hinter dem geschlossenen Fenster mehr verbirgt als bloße Abwesenheit? Und was, wenn dieser Tag unwiderruflich etwas verändert?
Das Fenster ist ein Roman über Wahrnehmung und Projektion, über nie zur Ruhe kommende familiäre Bindungen und die Furcht vor dem unwiderruflichen Ende des Gewohnten.
Gabriele Treige, 1954 in Berlin geboren; Studium der Germanistik und Philosophie, freiberufliche Tätigkeiten; Veröffentlichungen in Anthologien und Arbeiten fürs Radio; 2020 erschien der Roman "Die Übermacht des Üblichen" bei MartaPress. Lebt in Berlin.
Das Fenster
Gabriele Treige Omnino Verlag - 18 €
Unsere Mailadressen sind:
INFO(AT)NICOLAISCHE-BUCHHANDLUNG.DE für Friedenau KLADOW(AT)NICOLAISCHE-BUCHHANDLUNG.DE für Kladow INFO(AT)NICOLAIVERLAG.DE für den Verlag in Berlin-Mitte Weniger anzeigen