16/12/2025
Die IG Indie-Buchläden, Interessensgemeinschaft unabhängiger Buchläden Berlin verfolgt zwei Ziele: die Bildung einer Gemeinschaft für kulturelle und ökonomische Vielfalt und verstärkt Aufklärungsarbeit zu leisten über die gesellschaftliche Bedeutung von Buchhandlungen.
„Wir erleben, wie der Raum für Unabhängigkeit in Berlin schrumpft – in der Literatur, in den Kiezen und im Handel“, erklärt Stefanie Hirsbrunner, Co-Inhaberin von InterKontinental. „Als lokale Kulturorte leisten wir mehr als nur Verkaufsarbeit: Wir schaffen Räume für persönliche Gespräche, generationsübergreifende Begegnung, Debatte und Inspiration“, ergänzt Nadine Vollmer, Co-Inhaberin von Die Buchkönigin.
Viele Buchhandlungen bewiesen als Reaktion auf die Umsatzeinbußen seit Jahren unternehmerische Flexibilität – Betreiber:innen von Buchhandlungen setzten auf Mischkonzepte, indem sie auch Nonbooks, Speisen und Getränke verkauften. Sie böten umfangreiche Veranstaltungsprogramme an und verstärkten ihre Marketingmaßnahmen.
„Und trotzdem: die aktuell bestehenden Strukturen im Buchhandel und auf dem Immobilienmarkt gefährden nicht nur die literarische Vielfalt, sondern ganz konkret Existenzen.“ Laut Statistischem Bundesamt musste rund jede vierte Buchhandlung zwischen 2018 und 2023 schließen.
„Der IG Indie-Buchläden greift die allgemeine Tendenz, in erster Linie verändertes Kaufverhalten von Kund:innen verantwortlich zu machen, aber zu kurz. Sie fordert konkrete politische Veränderungen“, schreiben die Gründer:innen. „Wenn wir kulturelle Vielfalt wirklich ernst nehmen, dürfen wir sie nicht allein dem Markt überlassen“, gibt Gesine Tosin, Co-Inhaberin der Buchhandlung about bookshop zu bedenken. „Unabhängige Buchhandlungen sind Teil des demokratischen Rückgrats dieser Gesellschaft – und wir fordern politische Rahmenbedingungen, die das anerkennen.“
Die Interessensgemeinschaft plant im kommenden Jahr vermehrt gemeinsame Veranstaltungen, pol. Kampagnen, Kooperationen mit Verlagen, Autor:innen und Leser:innen.
.stadtlichter