09/05/2026
John, Cals Vater, ist schwul. Das stellt sich ziemlich schnell heraus und darf doch nicht gesagt werden. Als Sohn John-Callum, der sich lieber Cal nennt, nach seinem Textilstudium in die presbyterianische Enge der Hebriden, zu Vater und Großmutter zurückkehrt, wird schnell klar, dass auch er seine queere Sexualität nicht ausleben kann. Gefangen in der Eintönigkeit von Wind und Wetter, Schafzucht und Weberei, wendet sich Cal nichtsahnend dem heimlichen Geliebten des Vaters zu. Was nicht ohne Folgen bleibt … Vater und Sohn sind sich ähnlicher, als beide wahrhaben wollen, lieben sich im tiefsten Innern und begegnen sich doch immer wieder mit Hass und Härte. Sind blind für die Bedürfnisse des anderen. Gefangen in der kargen, rauen Landschaft einer Umgebung, die ein bisschen mehr Aufrichtigkeit und Herzensgüte gut vertragen könnte. Und am Ende auch bekommt …
Was für ein wuchtiges Buch! Von großer Schönheit, Sehnsucht und Zuversicht. Weniger laut und verstörend als „Shuggie Bain“ und „Young Mungo“, denen „John of John“ jedoch in nichts nachsteht. Und in gewohnt bester Manier von Sophie Zeitz übersetzt.
Hallelujah!
Lesen!
Unbedingt Lesen!