Pfankuch Buch

Pfankuch Buch Die kleine, interessante und gut gelaunte Buchhandlung im Herzen der Stadt. Angeschlossen ist das Verlagshaus Rudi Schneuppel ("Home of Schlunz"). Kommet zuhauf!

05/09/2026

05.09. Wir stell′n die Welt auf den Kopf und schaukeln, bis sich alles dreht. Dondolo! Wenn uns auch keiner versteht. Dondolo! Was ich auch nur schwer verständlich finde:

Am Donnerstag kurz vor Ladenschluss, ich hatte den Schlüssel schon parat, kam eine Dame (schätzungsweise um die 60, nettes Äußeres) in normaler Gesprächslautstärke ziellos vor sich hin redend, womit sie auch im Verlauf des weiteren lausigen Geschehens nicht aufhörte, in den Laden: „'ne Karte. 'ne Ansichtskarte … brabbel-di-brabb .....hier ist ja keiner!“
Ich stand am Kassentresen und dann sah sie mich auch. Ich gab ein „'nabend!“ von mir, womit ich sie allerdngs nicht so weit beeindrucken konnte, dass sie meinen Gruß erwiderte. Ich hänge ja der alten Schule an, wonach Ankommende die Anwesenden grüßen. Aber ich bin auch kein Prinzipienreiter.
Sie stand vor den Ansichtskarten und brabbelte weiter vor sich hin: „Ich weiß nicht, was ich nehmen soll.... ich weiß nicht, was ich nehmen soll …. ich weiß nicht, was ich nehmen soll.“
Ich dachte: Raus hier!
Jetzt hatte sie eine Karte in der Hand und sagte in meine Richtung: „Haben Sie keine RICHTIGEN Ansichtskarten?“
Ich latschte zu ihr hin: „Sie stehen doch davor. Was issn da nicht richtig?“
„Solche Karten gibt es in Bamberg auch.... ich war auch mal Buchhändlerin.“
Ich dachte: O nein! DAS jetzt nicht auch noch!
Sie entschied sich unter anhaltendem Selbstgespräch tatsächlich für zwei Karten. Wir schritten dann Seit' an Seit' in der Tradition alter Ehen (sie redend, ich weghörend) zur Kasse. Dort angekommen: „Ich habe auch mal Buchhändlerin gelernt. Aber heute ist ja alles anders.“
„Ja, nichts ist mehr wie früher.“ Hatte ich Lust auf ein Gespräch? Eher nicht.
Sie erzählte noch Zeug über ihre Verwandtschaft hier in Braunschweig, die aber eigentlich schon in München wohnt. Je nun, ich muss nicht alles verstehen. Sie sei noch bis Sonntag in Braunschweig. Ich wünschte ihr einen schönen Aufenthalt.
Einnahme: Eineurovierzig für zwei mutmaßlich richtige Ansichtskarten.
Kaum war Lady Bamberg draußen, verriegelte ich etwas ratlos und irgendwie überfordert die Tür.

Schönen Sonntag!

Wichtige Novis diese Woche
Neue Romane von Sven Regener, Dörte Hansen, Edgar Selge, Shida Bazyar, Sabrina Janesch, Maxim Biller, John Lanchester
100 Zwischenrufe zur deutschen Einheit von Paula Fürstenberg: Frauke Brosius-Gersdorf mit einem, wie ich finde, wichtigen Buch zu Gefährdungen des Grundgesetzes; Andreas Kossert erzählt eine Familiengeschichte aus Lodz; Mark Forsyth räumt fröhlich mit Weihnachtsmythen auf; ein interessantes Buch über Musen als Frauen, die unsere Welt veränderten; das wissenschaftliche Vermächtnis von Alexander von Humboldt

Lesewochenbuch: Patrick Ryan („Buckeye“ ist ein richtig toller hochgradig unterhaltsamer Schmöker) / Musikbegleitung: Del Amitri, The Monks (nicht die irrsinnigen Monks aus den 60ern, sondern die verrückten Monks von 79/80)

Meine Bestseller des bisherigen Jahres
1. (1) Dirk Endisch: Auf Fotoreise mit Wolfgang Zeunert
2. (2) Ferdinand von Schirach: Alexander
3. (4) Heinz Strunk: Memories of Heidelberg
4. (3) Hannah Häffner: Die Riesinnen
5. (7) Rechts und links vom Ringgleis – Total beflügelt
6. (5) Ewald Arenz: Fünf, sechs, sieben, acht
7. (6) Marc-Uwe Kling: Die Känguru-Rebellion
8. ( 8 ) Uwe Neumahr: Die Buchhandlung der Exilanten
9. (9) Marc Halupczok: Braunschweiger Kneipengeschichten
10. (10) Martin Suter: Können Sie mich sehen?
11. (11) Florian Illies: Träume aus Feuer
12. (12) Jan Jekal: Paranoia in Hollywood
13. (13) Nelio Biedermann: Lázár
14. (14) Robert Seethaler: Die Straße
15. (15) Jean-Luc Bannalec: Bretonischer Glanz
16. (18) Wolf Haas: Wackelkontakt
17. (16) David Safier: 00-Laschet
18. (17) Dieter Diestelmann: Braunschweig – Kleine Stadtgeschichte
19. (-) Alina Bronsky: Pi mal Daumen
20. (19) Christoph Hein: Das Narrenschiff

29/08/2026

29.08. Tanze Samba mit mir. Samba, Samba die ganze Nacht. Wobei es Folgendes zu bedenken gilt:
Dienstag früh Tumult! Handwerkeraufstand! Sowohl die Türfritzen als auch der Heizungsfritze waren bei mir und hantierten, machten und rödelten. Nach Jahren des verzweifelten Wartens schaue ich nun der kalten Jahresscheißzeit mit einer gewissen Hoffnung entgegen. Ob dann tatsächlich alles wunschgemäß funktioniert, weiß natürlich der Hugo allein. Aber ich darf guter Dinge sein.
Davon abgesehen war die Woche eher ärgerlich. Es gibt so Zeiten, da piesacken einen die kleinen fiesen Spitzfindigkeiten des beruflichen Alltags derart gehäuft, dass man ganz einfach nur noch unzufrieden ist, und einem alles, aber auch wirklich alles auf den Sack geht. So eine Woche war das. Darum finde ich es auch gut, dass sie jetzt zu Ende geht.

Schönen Sonntag!

Wichtige Novis diese Woche
Neues von Ingo Schulze, John Ironmonger, Trude Teige, Jarka Kubsova, Nele Neuhaus, Carolinchen Wahl
Die Mutter von Dennis Schröder meldet sich zu Wort; Biographisches über Freddie Mercury
Für meine Spezialisten
„Linien durch Hannover. ÜSTRA-Bahnen und -Busse“

Lesewochenbuch: Geraldine Oetken, Patrick Ryan, Werner Kofler (und eine für mich wahnsinnig interessante Geschichte des linken Buchhandels und Verlagswesens in den 70er Jahren – damit werde ich noch ein paar Wochen viel Spaß haben) / Musikbegleitung: Steve Wynn

Meine Bestseller des bisherigen Jahres
1. (1) Dirk Endisch: Auf Fotoreise mit Wolfgang Zeunert
2. (2) Ferdinand von Schirach: Alexander
3. (5) Hannah Häffner: Die Riesinnen
4. (3) Heinz Strunk: Memories of Heidelberg
5. (4) Ewald Arenz: Fünf, sechs, sieben, acht
6. (6) Marc-Uwe Kling: Die Känguru-Rebellion
7. (7) Rechts und links vom Ringgleis – Total beflügelt
8. ( 8 ) Uwe Neumahr: Die Buchhandlung der Exilanten
9. (9) Marc Halupczok: Braunschweiger Kneipengeschichten
10. (10) Martin Suter: Können Sie mich sehen?
11. (11) Florian Illies: Träume aus Feuer
12. (12) Jan Jekal: Paranoia in Hollywood
13. (13) Nelio Biedermann: Lázár
14. (14) Robert Seethaler: Die Straße
15. (15) Jean-Luc Bannalec: Bretonischer Glanz
16. (16) David Safier: 00-Laschet
17. (17) Dieter Diestelmann: Braunschweig – Kleine Stadtgeschichte
18. (18) Wolf Haas: Wackelkontakt
19. (-) Christoph Hein: Das Narrenschiff
20. (-) Tatort am Ringgleis

22/08/2026

22.08. Wild ist der Westen, schwer ist der Beruf. Weil nämlich:
Die Frankfurter Rundschau berichtet in einem FB-Post über eine Empörungswelle. Weil nämlich:
„Schon wieder fehlt Caroline Wahl auf der Buchpreis-Longlist. Warum Erfolg für die Jury ein Makel ist und wir einfach lesen sollten, was uns gefällt.
Caroline Wahl beim Buchpreis übergangen – der endgültige Beweis für die weltfremden Anforderungen der Jury.“
Ja, wie dämlich ist das denn!?, denke ich mir da. Weil nämlich:
Zum einen ist der Deutsche Buchpreis nicht dazu da, dem Publikumsgeschmack hinterzulaufen. Niemand würde ernsthaft auf den Gedanken kommen zu erwarten, dass sagenwirmal Sebastian Fitzek oder Dora Heldt mit dem Buchpreis gekürt werden.
Zum anderen hatte die „weltfremde Jury“ überhaupt keine Grundlage und keine Chance, Carolinchen Wahl auf die Longlist zu hieven. Das hätte man, bevor man sich künstlich aufregt, ohne viel Aufwand recherchieren können und sollen. Weil nämlich:
Wie beginnt der Auswahlprozess zum Deutschen Buchpreis? Damit, dass Verlage aussichtsreiche Titel für den Preis einreichen. In diesem Jahr haben das 106 Verlage getan, und dabei sind 180 Bücher zusammengekommen. Aus diesem Pool wählt die Jury aus. Voraussetzung dafür, Carolines Buch in die engere Wahl zu ziehen, ist also, dass ihr Verlag (Rowohlt) ihr neues Buch eingereicht hat. Hat er das gemacht? Eben nicht. So what!
So blöd und teilweise unfair ich es empfand, wie im letzten Jahr auf Caroline Wahl eingedroschen wurde, so wenig können sich die Autorin und ihre Fans beklagen. Frau Wahl hat Öffentlichkeit, ihre Bücher werden prominent präsentiert (und das wird auch mir ihrem neuen passieren), ihre ersten beiden Romane sind Schullektüre. Was will man denn mehr?
Übrigens: „1999 Meter über dem Meer“ erscheint am 28.08.

Schönen Sonntag

Wichtige Novis in dieser Woche
Neues von Melanie Raabe, Jaroslav Rudis, Torsten Sträter
Robert Misik über verhetzte Individuen; Philipp Ruch über den Aufstieg der NSDAP; Moritz Aisslinger entführt mit einer Live-Society-Reportage ins Jahr Null; Biographisches über Lennon/McCartney, Gerd Ruge
Für meine Spezialisten
„Die Teutoburger Wald-Eisenbahn“

Lesewochenbuch: Heinz Strunk, Tommie Goerz, Geraldine Oetken / Musikbegleitung: Carter The Unstoppable S*x Machine

Meine Bestseller des bisherigen Jahres
1. (1) Dirk Endisch: Auf Fotoreise mit Wolfgang Zeunert
2. (2) Ferdinand von Schirach: Alexander
3. (11) Heinz Strunk: Memories of Heidelberg
4. (9) Ewald Arenz: Fünf, sechs, sieben, acht
5. (3) Hannah Häffner: Die Riesinnen
6. (4) Marc-Uwe Kling: Die Känguru-Rebellion
7. (7) Rechts und links vom Ringgleis – Total beflügelt
8. (5) Uwe Neumahr: Die Buchhandlung der Exilanten
9. (6) Marc Halupczok: Braunschweiger Kneipengeschichten
10. ( 8 ) Martin Suter: Können Sie mich sehen?
11. (12) Florian Illies: Träume aus Feuer
12. (13) Jan Jekal: Paranoia in Hollywood
13. (10) Nelio Biedermann: Lázár
14. (14) Robert Seethaler: Die Straße
15. (15) Jean-Luc Bannalec: Bretonischer Glanz
16. (18) David Safier: 00-Laschet
17. (16) Dieter Diestelmann: Braunschweig – Kleine Stadtgeschichte
18. (-) Wolf Haas: Wackelkontakt
19. (-) Alina Bronsky: Pi mal Daumen
20. (17) Steffen Kopetzky: Die Harzreise

18/08/2026

18.08. Also, dieses Buch, das da vor eineinhalb Wochen mit viel Tamtam gespenstisch als „Ohne Titel“ von „Anonym“ angekündigt wurde... jedenfalls wurde das Geheimnis jetzt gelüftet. Es geht um – Tusch! Trara! - Lady Di. Geschrieben hat das Ganze ein gewisser Charles Spencer, der angeblich wohl der Bruder von Diana ist, was weiß denn ich.
Aber, dear friends of the Royals, noch ein wenig Geduld. Der Hobel erscheint erst am 22. September.

15/08/2026

15.08. Welcome to the cheap seats!
Was mich traurig macht: Dieses AFD-Geplärre „Wir holen uns unser Land zurück!“ Das klingt nach John Wayne in böse, nach Clint Eastwood in irre. Das klingt und ist dumpf. Schlimmer ist nur der johlende Applaus dafür. Und eigentlich sagt dieser Spruch nichts anderes als „Wir holen uns die Fuffziger Jahre zurück!“
Ohne offene Gesellschaft bleibt nur die Inzucht.

Das war ein gemütliches Schulbuchgeschäft. Meine jahrelangen Stammkunden („Tschüß, bis nächstes Jahr!“) kamen, wenn das naturgemäß auch weniger werden. Das war's dann aber auch schon. Genau genommen gab es überhaupt kein Schulbuchgeschäft bei mir. Das ist ernüchternd, aber keine Katastrophe. Könnte allerdings dazu führen, dass ich bei meinen Lieferanten die Umsatzziele nicht erreiche, was auch kein Weltuntergang wäre, aber zum Jahresende die Bonusfreuden schmälert.
Neben dem schwindenden Schulbuchgeschäft gab's freundliches Sommer-Bizniz, gar nicht mal ganz erfolglos. Der Tagesumsatz muss aber immer bis mittags im Sack sein, die Nachmittage sind – nicht untypisch im Sommer – sehr, sehr ruhig.

Ich fahre ja bei meinem Hin- und Hergegurke zur oder von der Arbeit über eine gewisse Strecke auch Fahrradstraße, zu eng für Gegenverkehr, es ist also Rücksicht gefragt. Und Rücksichtnahme gehört neben Hohem Blutdruck zu meinen liebsten Hobbys. Ich weiche gerne aus, auch weit vorausdenkend. Interessant finde ich: Wer von den Autolenkerinnen und Autolenkern bedankt sich, und wer nicht. Meine Beobachtung:
Piloten von Klein- und Mittelklassewagen bedanken sich fast alle, allerdings eher die Männer als die Frauen. Frauen scheinen mir eher stur.
Fahrer und Fahrerinnen von diesen SUV-Stadtpanzern bedanken sich – so meine Empirie – nie, also wirklich NIE! Die Stadtpanzergrenadiere denken wahrscheinlich: „Dieser lebensmüde Hempfling hat eh keine Chance.“ Jau, hatter ja auch nich.

Es war eine sehr gute Woche für Schneuppel-Produkte.

Schönen Sonntag!

Wichtige Novis diese Woche
Neues von Eva Menasse („Alleinruhelage“ - ganz großartig!), Irvine Welch, Elke Heidenreich, Michael Köhlmeier, Helene Bracht, Alex Schulman
Monchi ist jenseits der Brandmauer; Steve Ayan stellt die Revolutionäre des Ich vor; Rüdiger Safranski über KI; ebenso Antonio Damasio; Rutger Bregmann plädiert für einen radikalen Humanismus; Mannewitz/Thieme über Angriffe der Demokratiefeinde auf die Verwaltung; Michael Sommer über die schmutzige Kehrseite von Roms Größe; Autobiographisches von Marianne Koch; Biographisches über Napoleon, Thomas Mann
Für meine Spezialisten
Die BR E69; Köln-Frechen-Benzelrather Eisenbahn Bd. 2: Personenverkehr; Hanomag Baumaschinen

Lesewochenbuch: „Amerika '33“, John Ironmonger / Musikbegleitung: Wonderstuff, Plain White T's, The Replacements

Meine Bestseller des bisherigen Jahres
1. (1) Dirk Endisch: Auf Fotoreise mit Wolfgang Zeunert
2. (2) Ferdinand von Schirach: Alexander
3. ( 8 ) Hannah Häffner: Die Riesinnen
4. (3) Marc-Uwe Kling: Die Känguru-Rebellion
5. (4) Uwe Neumahr: Die Buchhandlung der Exilanten
6. (5) Marc Halupczok: Braunschweiger Kneipengeschichten
7. (6) Rechts und links vom Ringgleis – Total beflügelt
8. (7) Martin Suter: Können Sie mich sehen?
9. (9) Ewald Arenz: Fünf, sechs, sieben, acht
10. (10) Nelio Biedermann: Lázár
11. (-) Heinz Strunk: Memories of Heidelberg
12. (12) Florian Illies: Träume aus Feuer
13. (13) Jan Jekal: Paranoia in Hollywood
14. (11) Robert Seethaler: Die Straße
15. (14) Jean-Luc Bannalec: Bretonischer Glanz
16. (15) Dieter Diestelmann: Braunschweig – Kleine Stadtgeschichte
17. (16) Steffen Kopetzky: Die Harzreise
18. (17) David Safier: 00-Laschet
19. (18) Christoph Hein: Das Narrenschiff
20. (19) Tatorte am Ringgleis

09/08/2026

09.08. Der Penguin-Verlag möchte, dass sich Buchhändlerinnen und Buchhändler verpflichten, für einen Titel bestimmte Regeln und den internationalen Erstverkaufstags (EVT) einzuhalten:

"Bei Verkauf bzw. Versand an Endkunden muss sichergestellt sein, dass die Ware den Endkunden erst am EVT erreicht, keinesfalls vorher.
Falls Teile des Textes vor EVT aufgrund eines Pflichtverstoßes Ihres Unternehmens oder einer Ihrer Beschäftigten öffentlich bekannt werden, sind Sie zum Ersatz des daraus entstehenden Schadens verpflichtet.
Eine Belieferung vor EVT ist erst ab einer Bestellmenge von 6 Exemplaren der Printausgabe möglich.
Es muss sichergestellt sein, dass die Kartonage, in der der Titel isoliert geliefert wird, am Bestimmungsort nicht vor dem EVT ausgepackt wird, auch nicht zu Zwecken der Präsentation oder des Verräumens.
Es muss sichergestellt sein, dass kein Zugriff unbefugter Dritter auf den Titel bzw. die vorkonfektionierten 6er Verpackungseinheiten der Printausgabe (Kartonage/Palette) vor EVT erfolgt.
Bei einer Beschädigung der Verpackung bei Anlieferung oder Lagerung, so dass ein Zugriff auf Exemplare möglich ist oder wahrscheinlich bereits erfolgte, ist dies sofort an den Verlag zu melden."

Das ist nicht ungewöhnlich. Ein ähnliches Gewese gab es schon beim Buch von Prince Harry. Der ein oder andere mag sich vielleicht erinnern. Ungewöhnlich ist jedoch, dass es sich bislang um „Ohne Titel“ von „Anonym“ handelt. Wer oder was dahintersteckt, wird erst am Dienstag in einer Woche enthüllt. Ich bin am überlegen, was das jetzt für ein Buch sein könnte.
Taylor Swift? Bitte nicht!
Madonna? Wäre denkbar.
Damit wäre der popkulturelle Sektor abgekaspert.
Rudi Schneuppel berichtet exklusiv über seine Steuerflucht (24 hingeschnodderte Seiten – ca. 32 Euro)? Kaum.
Banksy enthüllt seine/ihre Identität? Wäre spannend.
Trumps Tagebücher?
Putins Poesiealbum?
Für wahrscheinlich halte ich den zweiten Teil von Barack Obamas Autobiographie. Macht die Geheimniskrämerei allerdings nicht vollständig plausibel.
Ich bin gespannt.

08/08/2026

08.08. Im Nachhinein frage ich mich natürlich (und muss mich das auch fragen lassen), ob ich nicht unnütz Panik verbreitet habe. Aber unter den gegebenen Umständen komme ich zu dem Schluss: Nein. Ich konnte schlecht so tun, als sei nichts. Vor allem den Kunden gegenüber. Ich kann nicht beispielsweise Schulbuchbestellungen annehmen, wenn die Abholmöglichkeiten wacklig sind. Ich bin zwar ein Idiot, aber ein Idiot mit Verantwortungsgefühl. Und für eine nicht sehr unwahrscheinliche tagelange Schließung der Buchhandlung hatte ich mich und den Laden bereits gründlich vorbereitet. Aber es kam ja dann anders, worüber ich froh bin. Wobei ich noch Tage brauchte, bis ich wieder einigermaßen in der Spur war.
Ein großer Dank an alle für die Wünsche, das Daumendrücken und die Trost-Cracker!
Jetzt kann also wieder befreit gebuchhändlert werden, und ich muss offen sein für Frust und Ungemach: Von einer größeren Schulbuchsendung sind momentan 9 von 10 Paketen nicht auffindbar, das eine kam vor über einer Woche. Da fasst man sich schon an die Rübe. Aber Kollegen wissen auch zu berichten, dass teilweise ganze Paletten im Nirwana verschwinden... Der unbegreifliche Zauber der Logistik.
Dafür bekam ich heute eine größere Lieferung mit Weihnachtskarten, was nicht ganz so geplant war. Wenn sich also jemand schonmal ein bisschen in Stimmung bringen möchte, wäre das bei mir möglich. Adventskalender sind auch dabei.

In diesem Sinne: Frohe Festtage!

Wichtige Novi diese Woche
Johannes Ehrmann lässt um George Grosz, Marlene Dietrich, Max Schmeling, Mr und Mrs Roosevelt, Albert Einstein u.v.a. Amerika '33 lebendig werden (klasse Buch, gefällt mir gut)

Lesewochenbuch: Jarka Kubsova, Johannes Ehrmann, Werner Kofler, Ludwig Marcuse / Musikbegleitung: Eric Burdon, Blur

Meine Bestseller des bisherigen Jahres
1. (1) Dirk Endisch: Auf Fotoreise mit Wolfgang Zeunert
2. (2) Ferdinand von Schirach: Alexander
3. (3) Marc-Uwe Kling: Die Känguru-Rebellion
4. (4) Uwe Neumahr: Die Buchhandlung der Exilanten
5. (5) Marc Halupczok: Braunschweiger Kneipengeschichten
6. ( 8 ) Rechts und links vom Ringgleis – Total beflügelt
7. (6) Martin Suter: Können Sie mich sehen?
8. (7) Hannah Häffner: Die Riesinnen
9. (11) Ewald Arenz: Fünf, sechs, sieben, acht
10. (9) Nelio Biedermann: Lázár
11. (10) Robert Seethaler: Die Straße
12. (14) Florian Illies: Träume aus Feuer
13. (13) Jan Jekal: Paranoia in Hollywood
14. (12) Jean-Luc Bannalec: Bretonischer Glanz
15. (15) Dieter Diestelmann: Braunschweig – Kleine Stadtgeschichte
16. (16) Steffen Kopetzky: Die Harzreise
17. (17) David Safier: 00-Laschet
18. (18) Christoph Hein: Das Narrenschiff
19. (19) Tatorte am Ringgleis
20. (20) Sandor Kotyrba: Luftbilder Braunschweig

01/08/2026

01.08. „Wir leiden häufiger in der Vorstellung als in der Realität.“ (Seneca)
Es war ja so: Seit Wochen plage ich mich mit einer Anomalie herum, die mir größte Angst, nämlich Krebs- und streckenweise auch Todesangst machte. Eigentlich ging es mir körperlich ziemlich gut, der Laden lief. Das hätte eine glückliche Zeit sein können. Aber nix da: Irgendwann war da nur noch diese Angst.
Endlich rang ich mich dazu durch, einen Termin bei meiner Hausärztin zu machen. Ich kam, sie sah, die Angst siegte. „Ich gebe Ihnen eine Überweisung mit. Und eine Einweisung ins Krankenhaus. Wenn Sie innerhalb einer Woche nicht einen Facharzttermin bekommen, gehen Sie sofort ins Krankenhaus.“ „Krebs, oder?“, murmelte ich, und sie wog vorsichtig ihren Kopf.
Das also, dachte ich, nennt man „Zweiter Frühling“.
Tatsächlich schaffte ich es, einen Termin beim Facharzt zu bekommen. Zwar erst in zwei Wochen, aber ich hatte nun schon so lange gewartet, dass es darauf auch nicht mehr ankam. Sonst rumpele ich ja im Krankenhaus immer als Notfall an (was übrigens durchaus seine Vorteile hat...), diesmal war mir der geregelte Weg lieber.
Und es ist so: Gestern war ich bei der Fachärztin. Ziemlich aufgelöst, übrigens. Ich war auf alles gefasst. Man muss wissen: Ärzte, Ärztinnen, Restaurantbesitzer, Bedienende, Pfandautomaten, Gesprächspartnerinnen, Gesprächspartner, Hündinnen und Hunde – sie alle, wie auch der Rest der Menschheit, hassen mich wie die Pest und behandeln mich entsprechend.
Die so junge wie schöne Ärztin schaute sich meine ja durch und durch gefährliche Anomalie an mit irgend so'nem naturgemäß völlig untauglichen Ultraschallgerät, hatte augenscheinlich in ihrem Studium gepennt, als es um diese, also meine Horroranomalien ging (4. Semester), und sagte bereits nach wenigen Sekunden, in denen man unmöglich – soviel ist mir dank – hüstel! - medizinischer Kenntnis klar – die todbringende Geschwulst auch nur annähernd qualifizieren kann, es handele sich hierbei um harmlosen Abraum. „Abraum“ sagte sie nicht, sondern sie erfand ein medizinisch klingendes Geschwafel, mit dem sie mich nicht nur beeindrucken, sondern auch verarschen wollte. Eine krasse und in meinem Fall geradezu abstruse Diagnose. „Sie können sich wieder anziehen!“ Und sagte das mit der größtmöglichen Verachtung, begleitet von einem bezaubernden Lächeln, das nur notdürftig ihr hämisches Grinsen kaschieren konnte.
Bedröppelt und todgeweiht schlappte ich zum Laden.

(Es liegt mir natürlich fern, mich über Krebsangst lustig zu machen. Ich hatte selbst schon eine entsprechende Diagnose und weiß, wie die marodierend durch Geist und Seele trampelt.)

Schönen Sonntag!

Wichtige Novis diese Woche:
Neues von Ulrich Peltzer, Annika Büsing, Philipp Oehmke
Misha Schoeneberg erzählt seine außergewöhnliche Familiengeschichte
Für meine Spezialisten:
Die BR E94; Schmalspur-Album Harz III: Nordhausen Nord – Eisfelder Talmühle; und – lang erwartet – der neue Eisenbahnatlas Deutschland

Lesewochenbuch: Thomas Bernhard, Jarka Kubsova / Musikbegleitung: Jonathan Richman

Meine Bestseller des bisherigen Jahres
1. (1) Dirk Endisch: Auf Fotoreise mit Wolfgang Zeunert
2. (2) Ferdinand von Schirach: Alexander
3. (3) Marc-Uwe Kling: Die Känguru-Rebellion
4. (4) Uwe Neumahr: Die Buchhandlung der Exilanten
5. (5) Marc Halupczok: Braunschweiger Kneipengeschichten
6. (6) Martin Suter: Können Sie mich sehen?
7. (7) Hannah Häffner: Die Riesinnen
8. (10) Rechts und links vom Ringgleis – Total beflügelt
9. ( 8 ) Nelio Biedermann: Lázár
10. (9) Robert Seethaler: Die Straße
11. (14) Ewald Arenz: Fünf, sechs, sieben, acht
12. (12) Jean-Luc Bannalec: Bretonischer Glanz
13. (11) Jan Jekal: Paranoia in Hollywood
14. (16) Florian Illies: Träume aus Feuer
15. (13) Dieter Diestelmann: Braunschweig – Kleine Stadtgeschichte
16. (15) Steffen Kopetzky: Die Harzreise
17. (-) David Safier: 00-Laschet
18. (17) Christoph Hein: Das Narrenschiff
19. (18) Tatorte am Ringgleis
20. (19) Sandor Kotyrba: Luftbilder Braunschweig

Mal was anderes lesen? Mal knietief in Blut, Eingeweiden, totem Fleisch waten ohne einen Krimi über den x-ten Serienkill...
27/07/2026

Mal was anderes lesen? Mal knietief in Blut, Eingeweiden, totem Fleisch waten ohne einen Krimi über den x-ten Serienkiller in der Hand zu haben?

Nein, ganz so schlimm ist es nicht. Aber wenn man einer gewissen kitschigen Tierliebe anhängt, könnte dieses Buch ein wenig verstörend sein. Immerhin betreten wir die Welt des Metzgerwesens, und da wird fleißig geschlachtet, zerlegt, zerteilt und durch den Wolf geschreddert.

Rensing jr entdeckt schon früh sein Talent zum Fleischer. Als Achtjähriger hat er konkrete Wünsche für seinen Geburtstag: „Wenn er denn schon unbedingt feiern musste, dann wenigstens in der Metzgerei, wo man gegen Rinderhälften boxen, auf den Sackkarren reiten, Schweineblasen aufpusten und wie Tarzan an den Fleischerhaken durch den Raum schwingen konnte.“

Folgerichtig übernimmt er später die Fleischerei seines Vaters, überzeugt davon, der beste Metzger der Welt zu sein. Doch dann droht mit der Eröffnung eines Supermarktes im Dorf Unheil für sein Geschäft. Rensing glaubt, Qualität – seine Qualität - werde sich schon durchsetzen.

Schön zu lesen, wie der grobschlächtige Fleischersmann mit einem adretten Bankangestellten verhandelt. Letztendlich werden wir Zeuge des unaufhörlichen Scheiterns, und zwar auf allen Ebenen.

In den Niederlanden war es Lieblingsbuch der Buchhändlerinnen und Buchhändler. Hier ist es erstmal das Lieblingsbuch eines Buchhändlers in Braunschweig.

Manik Sarkar: Ochsenkopf
Zsolnay, 173 Seiten, 23 Euro

25/07/2026

25.07. Vorgestern Nacht hatte ich einen Traum, an den ich mich beim Aufwachen auch noch dummerweise erinnern konnte, den ich etwas frech finde. Zusammen mit ein paar anderen Leuten beobachtete ich eine Gruppe von Braunschweig-Besuchern. Wir befanden uns gerade in irgendeinem Gewölbe. Zu der Besuchergruppe gehörte auch Donald Trump, was niemand so recht seltsam fand (issja auch'n Traum). Dann sahen wir, dass Trump plötzlich losstürmte und wutentbrannt auf einen anderen in der Gruppe mit Fäusten einschlug. Und alle standen nur drumherum, und keiner griff ein. Ende des Traums; ich wachte auf. Inhaltlich leicht zu interpretieren, das Ganze.
Ich hab ja nix gegen Träume, die dämlich sind, denn das sind sie ja meistens. Sie sollen ja, wenn ich das richtig verstehe, die Psyche immer einigermaßen besenrein halten. Aber wenn jetzt irre Politiker und bizarre Machtmenschen in meine Träume und also in mein Oberstübchen und also in meine momentane ziemlich labile Psyche hineineitern, geht mir das ein bisschen zu weit. Die haben da nichts zu suchen.
Zum nächsten Wochenende wird sich entscheiden, wie es in den kommenden Wochen mit mir und dem Laden weitergeht. Was den Laden anbetrifft denke ich, dass ich genügend dickfellige Professionalität entwickelt habe, um das zu wuppen. Beim Rest hoffe ich, dass es beherrschbar ist. Im Moment tröstet mich, dass ich von vielen, vielen lieben Menschen umgeben bin.
The show must ja gefälligst go on.

Schönen Sonntag!

Wichtige Novis diese Woche
Neues von Karsten Dusse, Ruth-Maria Thomas
Die Bildkalender mit Motiven aus dem ollen Braunschweig
Für meine Spezialisten
„BR V 100 der DR Bd. 3“, „Die Wuppertaler Schwebebahn“, Stefan Carstens: Hinter den Kulissen

Lesewochenbuch: Eva Menasse, Manik Sakar (dazu später mehr) / Musikbegleitung: Mark Eitzel, Free („All Right Now“ ist Hammer, aber „The Stealer“ mit diesem bluesigen Schweinebeat gefällt mir fast noch besser)

Meine Bestseller des bisherigen Jahres
1. (1) Dirk Endisch: Auf Fotoreise mit Wolfgang Zeunert
2. (2) Ferdinand von Schirach: Alexander
3. (3) Marc-Uwe Kling: Die Känguru-Rebellion
4. (4) Uwe Neumahr: Die Buchhandlung der Exilanten
5. (5) Marc Halupczok: Braunschweiger Kneipengeschichten
6. (6) Martin Suter: Können Sie mich sehen?
7. (11) Hannah Häffner: Die Riesinnen
8. (9) Nelio Biedermann: Lázár
9. (7) Robert Seethaler: Die Straße
10. ( 8 ) Rechts und links vom Ringgleis – Total beflügelt
11. (10) Jan Jekal: Paranoia in Hollywood
12. (12) Jean-Luc Bannalec: Bretonischer Glanz
13. (15) Dieter Diestelmann: Braunschweig – Kleine Stadtgeschichte
14. (-) Ewald Arenz: Fünf, sechs, sieben, acht
15. (13) Steffen Kopetzky: Die Harzreise
16. (14) Florian Illies: Träume aus Feuer
17. (16) Christoph Hein: Das Narrenschiff
18. (17) Tatorte am Ringgleis
19. (-) Sandor Kotyrba: Luftbilder Braunschweig
20. (18) Borek/Wagner: Echo der Zeit

Adresse

Vor Der Burg 1/Burgplatz
Brunswyck
38100

Öffnungszeiten

Montag 09:30 - 19:00
Dienstag 09:30 - 19:00
Mittwoch 09:30 - 19:00
Donnerstag 09:30 - 19:00
Freitag 09:30 - 19:00
Samstag 09:30 - 19:00

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