City Buchhandlung Dormagen

City Buchhandlung Dormagen Wir begrüßen Sie in der City Buchhandlung in Dormagen! Neben dem passenden Lesestoff bieten wir I

15/08/2026

Welches Werk von Bertolt Brecht hat euch besonders beeindruckt?

Kaum ein Dramatiker hat das Theater des 20. Jahrhunderts so geprägt wie Bertolt Brecht. Mit Stücken wie „Die Dreigroschenoper“, „Mutter Courage und ihre Kinder“ oder „Der gute Mensch von Sezuan“ stellte er gesellschaftliche Fragen in den Mittelpunkt – und revolutionierte gleichzeitig die Art, wie Theater erzählt wird.

Sein sogenanntes episches Theater entstand dabei nicht im Alleingang. Wichtige Impulse kamen unter anderem vom politischen Theater Erwin Piscators, an dessen Bühne Brecht Ende der 1920er-Jahre mitarbeitete. Auch Künstler:innen und Mitarbeitende wie Elisabeth Hauptmann, Kurt Weill, Hanns Eisler oder später seine Ehefrau, Helene Weigel, prägten seine Theaterarbeit. Besonders die Musik bekam eine neue Funktion: Lieder sollten eine Handlung nicht einfach emotional begleiten, sondern sie unterbrechen, kommentieren und das Publikum zum Nachdenken bringen.

Brecht wollte verhindern, dass Zuschauer völlig in der Illusion einer Geschichte aufgehen. Mit dem sogenannten Verfremdungseffekt sollten vertraute Situationen plötzlich fremd erscheinen – und dadurch hinterfragbar werden. Das Publikum sollte gesellschaftliche Zustände nicht als selbstverständlich hinnehmen, sondern erkennen: Immerhin sind sie von Menschen gemacht und deshalb auch veränderbar.

Brechts eigenes Leben war von den politischen Umbrüchen seiner Zeit geprägt. Einen Tag nach dem Reichstagsbrand floh er am 28. Februar 1933 aus Deutschland. Über Prag, Wien und Zürich gelangte er zunächst nach Dänemark, später nach Schweden und Finnland und schließlich in die USA. 1948 kehrte er nach Deutschland zurück. Ein Jahr später gründete er gemeinsam mit Helene Weigel in Ost-Berlin das Berliner Ensemble. Weigel wurde dessen Intendantin, Brecht übernahm die künstlerische Leitung. Seine Theaterarbeit war dabei immer auch Teamarbeit. Das Berliner Ensemble entwickelte Brechts Ideen weiter – und machte seine Theaterästhetik international bekannt.

Bertolt Brecht verstarb heute vor 70 Jahren, am 14. August 1956, im Alter von 58 Jahren in Berlin. Seine Theaterkonzepte werden bis heute weltweit gelehrt, seine Stücke auf Bühnen immer wieder neu interpretiert. So ist beispielsweise Brechts „Dreigroschenoper“ aktuell als Open-Air in der Südpfalz zu sehen. Mehr dazu erfahrt ihr hier: https://x.swr.de/s/dreigroschenoper

10/08/2026

Habt ihr „Berlin Alexanderplatz“ gelesen?

Der Roman über den ehemaligen Strafgefangenen Franz Biberkopf machte Alfred Döblin 1929 berühmt – und gilt heute als eines der wichtigsten Werke der literarischen Moderne. Mit Zeitungsmeldungen, Werbesprüchen, Liedern, Dialogen und den Geräuschen der Großstadt montierte Döblin darin ein vielstimmiges Bild des Berlins der Weimarer Republik.

Dabei war die Literatur lange nicht sein einziger Beruf: Döblin studierte Medizin und arbeitete viele Jahre als Nervenarzt in Berlin. Gleichzeitig schrieb er Romane, Erzählungen und Essays und entwickelte sich zu einem der bedeutenden Vertreter des literarischen Expressionismus.

Sein eigenes Leben war von den politischen Umbrüchen seiner Zeit geprägt. Döblin wurde in eine assimilierte jüdische Familie geboren, trat 1912 aus der jüdischen Gemeinde aus und setzte sich dennoch sein gesamtes Leben mit religiösen und philosophischen Fragen auseinander. Als gebürtig jüdischer Schriftsteller und Gegner der Nationalsozialisten floh Döblin bereits am 28. Februar 1933, einen Tag nach dem Reichstagsbrand, aus Deutschland. Seine Flucht führte ihn zunächst über die Schweiz nach Frankreich und später in die USA. Seine Bücher – darunter auch „Berlin Alexanderplatz“ – wurden von den Nationalsozialisten verbrannt.

Während seiner Flucht vor den Nationalsozialisten intensivierte sich seine Beschäftigung mit dem Christentum. 1941 konvertierten Döblin und seine Frau in den USA zum Katholizismus, was vor allem in seinem Umfeld auch für Unmut und Irritationen sorgte.

Nach dem Zweiten Weltkrieg kehrte Döblin nach Deutschland zurück und beteiligte sich als Literaturinspekteur der französischen Militärverwaltung am kulturellen Wiederaufbau. Doch vom Nachkriegsdeutschland enttäuscht, zog er 1953 wieder nach Frankreich.

Döblins Werk lässt sich dabei keineswegs auf „Berlin Alexanderplatz“ reduzieren. Er experimentierte immer wieder mit neuen Formen, Stoffen und Ideen: Seine Romane führten etwa ins China des 18. Jahrhunderts, in die Zeit des Dreißigjährigen Krieges oder mit „Berge Meere und Giganten“ sogar bis ins 27. Jahrhundert. Daher auch die Verortung des Theologen und Publizisten Christian Heidrich als „literarischer Abenteurer“: Statt fertige Antworten zu liefern, stellte Döblin in seinen Werken immer wieder neue Fragen.

Geboren wurde Alfred Döblin heute vor 148 Jahren, am 10. August 1878, in Stettin, dem heutigen Szczecin in Polen. Er verstarb am 26. Juni 1957 im Alter von 78 Jahren in Emmendingen.

27/06/2026

GEDICHT ZUM TAG von der österreichischen Autorin Ingeborg Bachmann (1926-1973), die als eine der bedeutendsten deutschsprachigen Dichterinnen gilt und deren Geburtstag sich am 25. Juni zum 100. Mal jährt – aus dem Gand "Die gestundete Zeit" (1953)

Infos: https://de.wikipedia.org/wiki/Ingeborg_Bachmann
Doku: https://www.youtube.com/watch?v=De5q2wH7kPI
Bio: https://www.fembio.org/biographie.php/frau/biographie/ingeborg-bachmann
Gedicht: https://de.wikipedia.org/wiki/Die_gestundete_Zeit_(Gedicht)
Lyrik: https://www.planetlyrik.de/ingeborg-bachmann-samtliche-gedichte/2014/04/
Hörspiel: https://de.wikipedia.org/wiki/Der_gute_Gott_von_Manhattan
Erzählungen: https://de.wikipedia.org/wiki/Das_drei%C3%9Figste_Jahr
Roman: https://de.wikipedia.org/wiki/Malina_(Roman)
Libretto: https://de.wikipedia.org/wiki/Der_Prinz_von_Homburg
Briefe: https://de.wikipedia.org/wiki/Ingeborg_Bachmann
Werke: https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/person/gnd/118505602
Forum: http://www.ingeborg-bachmann-forum.de/
Artikel: https://www.furche.at/dossier/ingeborg-bachmann
Wettbewerb: https://de.wikipedia.org/wiki/Ingeborg-Bachmann-Preis
Video: https://on.orf.at/video/14324919/zu-besuch-bei-ingeborg-bachmann-in-rom-1969
Gespräch: https://www.derstandard.at/story/3000000327444/der-bachmann-experte-hans-hoeller-ueber-die-bedeutung-der-ausnahme-schrifstellerin
TV 1: https://www.3sat.de/kultur/tage-der-deutschsprachigen-literatur/die-fremden-ingeborg-bachmann-100.html
TV 2: https://www.zdf.de/video/magazine/kulturzeit-324/zum-100-geburtstag-von-ingeborg-bachmann-sendung-vom-17-06-2026-100
Feature: https://www.youtube.com/watch?v=41m9bQJffGE
Grab: https://www.diepresse.com/535141/streit-um-ingeborg-bachmanns-grabstein

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