06/08/2026
Sommerbuchtipp von Stefanie Weissenfels-Just
"Alle meine Träume von Grégoire Delacourt"
Jocelyne, die im beschaulichen Arras wohnt und dort einen Kurzwarenladen betreibt, ist Lottogewinnerin. Doch der millionenschwere Scheck, mit dessen Einlösung sie lange hadert, stellt ihr Leben allzu sehr auf den Kopf. Sie muss schmerzhaft erkennen, dass Reichtum nicht automatisch Glück oder Zufriedenheit bedeutet, als ihr Mann plötzlich mit dem Geld verschwindet. Nach dessen Tod und der traurigen Erkenntnis, dass er mehr als drei Millionen Euro verprasst hatte, ist ihr einzig verbliebener Wunsch, ein erfülltes Leben zu führen. So beschließt Jocelyne den Rest des Gewinns sinnvoll auszugeben. In der Selbsthilfegruppe der Anonymen Gewinner trifft sie auf Menschen, die ebenfalls mit plötzlichem Reichtum ringen. Und auf Hubert. Doch kann sie ihm trauen? Während sie neue Freundschaften knüpft und langsam die Liebe wieder in ihr Leben lässt, reift in ihr der Plan, die verbliebenen Lottomillionen anderen Menschen zu schenken. Doch dies ist schwieriger als gedacht…
Manchmal gibt es Bücher, bei denen man unbedingt wissen möchte, wie es mit den Figuren weitergeht. So ging es mir jedenfalls, nachdem ich „Alle meine Wünsche“ gelesen hatte. 13 Jahre später wird nun endlich Jocelynes Geschichte fortgesetzt, die zeitlich fast nahtlos an den Vorgänger anknüpft und nichts von dessen Poesie oder Charme eingebüßt hat. „Alle meine Träume“ ist ein gefühlvoller Roman, der es wunderbar schafft, die Waage zwischen Lachen und Weinen, Träumen und Hoffen, Mut und Zweifel zu halten. Dieses berührende Buch, das von Hoffnung, Mut sowie der Kraft, den eigenen Weg zu finden, erzählt, lädt zum Mitfiebern und Nachdenken ein.