01/07/2018
Wir haben ein wichtiges Update für euch. Gestern erreichte uns eine Mail von DaWanda mit der ordentlichen Kündigung unseres DaWanda-Shops auf den 30.08.2018. Nach rund 12 Jahren schließt Deutschlands Plattform für Selbstgemachtes seine Tore. Diese Info hat uns sehr überrascht und wir werden in den nächsten Wochen überlegen, ob wir den Umzug zu Etsy, wie er auch von DaWanda empfohlen wird, wagen wollen. Auf jeden Fall aber wollen wir den Anlass nutzen, um ein wenig nostalgisch zu werden.
Wahrscheinlich hat jeder Verkäufer seine Hoch- und Tiefpunkte bei DaWanda gehabt. Lustige Geschichten, verrückte Käufer, kleine Erfolge, große Niederlagen, romantische Kundenstories, in den Wahnsinn treibende Rechtsprechungen und vieles mehr. Wir haben DaWanda vieles zu verdanken.
2010: Mein Freund Ben und ich (Anna) entdeckten einen deutschen Lasercut-Service mit Online-Shop. Aus Spaß liesen wir uns ein paar Schnauzeraus Acrylglas lasern und machten Broschen daraus.
19.10.2010: Wir wurden immer wieder angesprochen, ob wir den Schmuck nicht verkaufen wollen. Damals gab es nur wenig vergleichbares auf dem Markt. Also eröffneten wir unseren Shop bei DaWanda.
2011: Bis der Shop dann tatsächlich gefüllt war, hat es noch fast ein halbes Jahr gedauert. Unser erstes eigenes Unternehmen wurde dann im Juni 2011 gegründet. Wir versuchen uns an Verpackungen, machen zusätzlich noch handgebundene Notizbücher. Der erste Schnauzkalender entstand in Zusammenarbeit mit 10 weiteren Grafikern. Damals noch in A4 und mit gerade mal 100 Stück Auflage. Parallel noch die Ausbildung zur Grafik-Designerin wuppen. Und da war ja auch noch ...
2012: Wahrscheinlich unser erfolgreichstes Jahr. Mit bis zu 400 verkauften Produkten im Monat, kamen wir zu nichts mehr. Parallel hatten wir gerade noch einen kleinen Laden mit ein paar Freunden eröffnet, in dem wir nach Schulende noch verkauften und Workshops abhielten. Unsere Produkte wurden im Lovemag von DaWanda abgedruckt, wir verkauften in kleinen Läden in ganz Deutschland, wurden erstmals in diversen Blogs genannt (Mein persönliches Highlight war VIVA mit der Kategorie "Produkte, die die Welt nicht braucht")... Wir saßen oft bis mitten in der Nacht, um Päckchen in die ganze Welt zu verschicken. Schuld daran war sicher auch unser zweiter Schnauzkalender. Meine Ausbildung war abgeschlossen und es stand zur Option, den eigenen Laden nun in Vollzeit zu betreiben oder mal sowas verrücktes, wie eine "Festanstellung" auszuprobieren. Die erste Einladung zum Vorstellungsgespräch kam eine halbe Stunde nach Bewerbung. Die Entscheidung war gefallen, unser Laden "Werk.Statt.Traum" wurde im Sommer geschlossen.
2013: DaWanda war nach wie vor höchst aktiv. Wir hatten unser Sortiment inzwischen stark ausgeweitet und unsere Produktion immer weiter perfektioniert. Postkarten und Poster waren jetzt auch fest im Sortiment verankert. Ganz schön viel zu tun, wenn man nebenher in Vollzeit arbeitet. Vor allem wenn auch noch die eigene Hochzeit geplant werden muss. Schweren Herzens fuhren wir die Aktivitäten runter und schlossen unseren DaWanda-Shop vorübergehend. Wahrscheinlich ein Fehler. Die große Ära unseres Labels war damit beendet. Als wir den Shop wieder eröffneten, blieb die Aufmerksamkeit aus. Aber genug zu tun gab es trotzdem. Denn wir besuchten auch wieder Designmärkte und Ben machte sich als Fotograf selbstständig.
Fortsetzung folgt ...
Ich werde euch sicher noch die eine oder andere Geschichte aus unserer DaWanda-Zeit erzählen. Aber vor allem möchte ich euch animieren, nochmal die Zeit mit DaWanda auszunutzen. Es gibt dort so viele Verkäufer, deren berufliche Existenz nun am seidenem Faden hängt. Es gibt so viele, die ihr Label womöglich nicht weiterführen werden. Mein Wunsch an euch: Kauft jetzt schon die Weihnachtsgeschenke für eure Liebsten und beschert den vielen tollen Shops dort einen sanften Übergang. Sie werden es euch danken!