27/02/2018
...wahre Worte, die auch ich mir immer wieder zu Herzen nehmen sollte.
Der Weg ins Vertrauen: Achte das Flüstern deines Pferdes
(darf gern geteilt werden)
Viele reden vom Pferdeflüstern, doch nur wenige hören auf das Flüstern Ihres Pferdes. Zwicken und Beißen (in einen Strick oder den Pullover), Austreten, zur Seite weichen, Zähneknirschen, Muskelzuckungen, das sind laute Äußerungen eines Pferdes. Die leisen Zeichen wurden dann längst übersehen, oder das Pferd hat bereits gelernt, dass Menschen die feinen Signale nicht erkennen oder achten.Flüstern der Pferde: Ein Blick der statisch wird, ein Maul das fest wird, Atem anhalten, ein Genick, dass sich steif macht, Ohren die erstarren, der Muskeltonus der sich erhöht…Diese leisen Zeichen bleiben oft unbeachtet. Und man macht weiter, mit dem was man gerade tut. Auch bei der lauteren Sprache, auch beim Erkennen der Signale, machen viele weiter mit dem was sie gerade tun. Und so überschreitet man die Grenzen des Wohlgefühls und des Sicherheitsgefühls beim Pferd. Das Vertrauen in den Menschen geht verloren.
Die leise Sprache des Pferdes erkennen ist also nur eine Aufgabe. Um einen Mensch zu sein, dem ein Pferd Vertrauen schenkt, genügt es nicht diese Zeichen zu erkennen, sondern auch darauf zu reagieren. Hier beginnt die Achtung, das Anerkennen des Pferdes als individuelle und wertvolle Persönlichkeit.
D.h. wenn ich sehe, dass ein Pferd mir signalisiert, es mag das Bürsten am Bauch nicht, mache ich nicht weiter und warte bis es sich daran gewöhnt bzw. es eben erträgt. Ich halte sofort inne, so erkennt das Pferd „ich habe es gehört“. Dann suche ich nach der Ursache: Hat es eine Verletzung oder Irritation, ist die Bürste zu hart, zieht das Pferd eine andere Geschwindigkeit oder Druckstärke des Bürstens vor oder hat es vielleicht eine schlechte Erinnerung in diesem Bereich berührt zu werden. Im Falle der negativen Erinnerung, einer Verletzung oder Irritation wenn ich TTouch an, um es zu verändern. Ansonsten wechsele ich die Bürste oder probiere sanftere oder langsamer Bürstenstriche aus, mit mehr Achtsamkeit. Dabei beobachte ich die ersten Reaktionen des Pferdes um mich weiter dahin leiten zu lassen, es so zu machen, dass mein Pferd sich damit wohl fühlt.
Und diese Lösungswege gibt es für nahezu jede „Schwierigkeit“ im Pferdeleben. Mit dem Tellington TTouch Training machen wir „Detektivarbeit“ wie Linda immer sagt. Wir hören genau hin und Suchen die Ursache die wir dann verändern können. Schrittweise, achtsam. Und je besser wir zuhören desto schneller sind wir erfolgreich und lösen ein Thema in kurzer Zeit und nachhaltig. Und nicht nur dieses Thema ist vom Tisch, wir haben das Vertrauen des Pferdes in uns enorm gesteigert. Mit jedem Mal wird die nächste Aufgabe schneller und leichter zu lösen sein, denn das Pferd lässt sich schneller auf unsere Lösungsvorschläge ein, wenn es weiß wir hören zu und achten es.
Pferde erkennen unglaublich schnell, dass wir sie respektieren und ihre Sorgen, Schmerzen oder Ängste ernst nehmen. So beginnen sie zu vertrauen und sie werden mutiger. Denn wenn sie wissen das wir sie nicht überfordern und Ihre Gefühle missachten, sondern ihnen nach Möglichkeiten helfen und ihr Leben angenehmer gestalten, können Sie viel leichter schwierigere Aufgaben angehen. Wenn sie nicht gehört werden, sind sie gestresst. Dadurch sind sie weniger lernfähig, unkooperativer, krankheitsanfälliger, schreckhafter und haben eine geringere Leistungsfähigkeit.
Ein Pferd, dass erfahren hat, dass ich auf es achte, und, so gut ich kann, für seine Sicherheit und sein Wohlergehen sorge, tut das Gleiche für mich, wenn es mir mal nicht so gut geht oder eine Situation für mich brenzlig wird.
Es wird freudig viel mehr Leistung für mich bringen als ich je unter Druck erwarten könnte. Ich habe das in sehr vielen Fällen erfahren.
Die Wunderstute „Halla“ ist längst kein Wunder mehr für mich Viele Pferde haben mir gezeigt wie wunderbar sie für mich sorgen und welche Leistung sie freudig für mich vollbringen, wenn ich ihr Vertrauen wert bin und mir ihr Wohlergehen wichtiger ist als Leistung und Gehorsam. Es rührt mich immer wieder zutiefst, wenn ich erlebe wie ein Pferd etwas „für mich“ tut. Wenn es tapfer durch eine herausfordernde Situation geht, wie eine schmerzhaften Tierarztuntersuchung, eine herausfordernde, angstmachenden Verkehrssituation, oder bei einem komplizierten Sprung im Gelände. Mein Herz hüpft dann immer vor Dankbarkeit und Liebe in dieses wunderbare Wesen, dass mir auf diese Weise seine Dankbarkeit und Anerkennen dafür zeigt, dass ich Sorge für es trage.
Vertrauen entwickelt man nicht für Jemand der Einem zeigt, dass er stärker ist, sondern für Jemanden der Einem zeigt, dass er sich kümmert, einen respektiert und achtet. Anke Recktenwald