30/09/2026
Bei Radial lieben wir Geschichten von Fahrradtouren und freuen uns, euch den Bericht von Stéphane, unserem Marketing-Spezialisten, zu teilen, der sich mit seiner Tochter zu einem schönen Vater-Tochter-Abenteuer aufs Fahrrad gemacht hat.Von Konstanz nach Sigmaringen
– eine Radtour zwischen Vater und Tochter
Diese Tour habe ich schon mehrmals gemacht, einmal davon mit meinen Kindern, vor zweieinhalb Jahren. Damals war meine Tochter zehn, ihr großer Bruder dreizehn.Dieses Mal wollte ihr Bruder wegen der Straßenrad-WM nicht mitkommen. Meine Partnerin verzichtete wegen der unzuverlässigen Zugverbindungen ebenfalls. Und so wurde es, fast wie vom Schicksal bestimmt, eine Reise zwischen Vater und Tochter.
Damit meine Tochter wieder mitfuhr, musste ich allerdings ein wenig verhandeln. Was ihr am wichtigsten war? Die Erlaubnis, sich die Ohren stechen zu lassen.Wir fahren bei wunderschönem Herbstlicht los. Die Sonne wärmt noch fast wie im Sommer, während es abends und morgens schon deutlich kühler ist.
Nach dem Abendessen in Allensbach fahren wir noch zwei Stunden in die Nacht hinein. Dabei begegnen uns einige Rehe, die kurz in unseren Lichtkegeln auftauchen und wieder verschwinden.Am nächsten Morgen wird mir wieder bewusst, dass bei einer Radtour zu zweit nicht nur die Strecke zählt, sondern vor allem das Tempo.
Ihr Bruder fährt inzwischen deutlich schneller als ich. Mit meiner Tochter ist es anders. Ich könnte schneller fahren, aber ich möchte neben ihr bleiben und sie dabei unterstützen, ihren eigenen Rhythmus zu finden. Manchmal helfe ich ihr, manchmal schiebe ich ein Stück, manchmal trage ich einen Teil des Gepäcks.
Nach knapp zwanzig Kilometern gibt es das erste Highlight: unser Picknick in der Sonne.
Später erreichen wir Tuttlingen und gönnen uns bei fast sommerlichen Temperaturen ein Eis. Danach geht es durch das Donautal, eine der schönsten Passagen der Strecke. Die Landschaft wird beeindruckender, die Strecke flüssiger – und die Kilometer vergehen.Am Ende schafft meine Tochter 75 Kilometer an einem Tag.
Für sie ist es der Beweis, dass sie weiter fahren kann, als sie gedacht hatte. Für mich ist es vor allem ein weiterer Schritt in ihrer Entwicklung.
Am Abend wartet in Beuron das Restaurant. Nach 75 Kilometern mit voll beladenen Fahrrädern schmeckt alles besonders gut.
Am nächsten Morgen gehören ein kleines Lagerfeuer, die kühle Morgenluft und das erste Licht des Tages zu den Bildern, die von dieser Reise bleiben.Danach geht es entspannt weiter. Wir halten immer wieder an, streicheln Kühe und Esel und lassen die Kilometer einfach kommen.
Schließlich erreichen wir Sigmaringen.Das Schloss thront über der Stadt.Aber wenn ich meine Tochter frage, woran sie sich wohl am meisten erinnern wird, kenne ich die
Antwort:Das Schloss?
Vielleicht.
Das Eis?
Wahrscheinlich.
Aber vor allem: die Erlaubnis, sich die Ohren stechen zu lassen.
Für mich bleibt vor allem die Zeit, die wir nebeneinander auf unseren Fahrrädern verbracht haben.