29/07/2026
Gut gegossen und trotzdem verbrannt? Ja, das ist möglich.
Wochenlange Trockenheit, Temperaturen weit über 30 Grad und intensive Sonneneinstrahlung setzen Bäumen, Stauden und Sommerblumen massiv zu. Das gilt für den eigenen Garten ebenso wie für Friedhöfe und öffentliche Grünanlagen.
Dabei wird häufig unterschätzt: Auch eine ausreichend gegossene Pflanze kann schwere Hitzeschäden erleiden.
Wasser im Boden allein reicht nicht aus. Die Pflanze muss es über die Wurzeln aufnehmen, durch ihre Leitungsbahnen bis in die Blätter transportieren und dort verdunsten. Diese Verdunstung ist zugleich ihre wichtigste Kühlung.
Bei extremer Hitze, trockener Luft und starker Sonneneinstrahlung kann dieses hydraulische Transportsystem an seine Leistungsgrenze geraten. Die Sonne führt dem Blatt dann schneller Wärme zu, als die Pflanze durch Verdunstung und Luftbewegung abgeben kann. Schließt sie zusätzlich ihre Spaltöffnungen, um Wasserverluste zu begrenzen, nimmt die Kühlung weiter ab.
Die Folge: Die Blatttemperatur kann deutlich über der gemessenen Lufttemperatur liegen. Zellmembranen, Eiweiße und Photosynthese werden geschädigt. Blätter bekommen helle oder braune Flecken, vertrocknen und sehen schließlich regelrecht „verbrannt“ aus, obwohl die Pflanze gut gegossen wurde.
Das bedeutet nicht, dass Gießen wirkungslos wäre. Im Gegenteil: Langsames und durchdringendes Wässern bleibt unverzichtbar. Es ist aber keine Garantie dafür, dass eine Pflanze extreme Strahlung und Hitze unbeschadet übersteht.
Was jetzt hilft:
💧 möglichst früh am Morgen durchdringend wässern
🌱 die Feuchtigkeit im Wurzelbereich prüfen
☀️ empfindliche Neupflanzungen vorübergehend beschatten
🍂 den Boden durch geeignete Bepflanzung oder Mulch schützen
✂️ starke Rückschnitte und kräftige Düngung während der Hitze vermeiden
Braune Blätter sind deshalb nicht automatisch ein Zeichen dafür, dass zu wenig gegossen wurde. Manchmal ist die Belastungsgrenze der Pflanze trotz fachgerechter Pflege schlicht überschritten