04/08/2015
Wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht...
Im Mai haben wir unser Konzept dahingehend umgestellt, dass wir uns nur noch auf das Ladengeschäft und den (Kunst)handwerklichen Bereich konzentriert haben. Die Resonanz der Kunden und Interessenten war sehr positiv und hat uns darin bestärkt, dass es die richtige Entscheidung war.
Wer mich kennt, hat sicherlich gesehen, wie viel Zeit und Mühe ich in den Laden gesteckt habe. Von morgens kurz vor 8:00 bis abends gegen 18:30 war ich täglich im Laden, ab 20:00/20:30 bis 23:00 wurde von zuhause aus weitergearbeitet. Mit neuen Kunsthandwerkern geschrieben, diskutiert, gemacht, gemacht... ich habe es mir zu keiner Zeit leicht gemacht, habe stets versucht, das Sortiment weiter auszubauen, den Laden attraktiver zu gestalten...
In dieser Zeit bin ich aus Stress völlig abgemagert.
Ich kann nicht als Einzelperson einen 2-Mann-Job erledigen, und der Ratschlag "Hol dir doch eine Aushilfe für den Laden" hilft nicht wirklich weiter. Die Kunden im Laden möchten von "der Chefin" betreut werden, also muss ich von 9:00 bis 18:00 abrufbereit für Kunden sein und kann mich nicht um Onlineverkäufe etc. kümmern. Ich hätte eine Hilfe gebraucht, die in der Lage gewesen wäre, sich selbständig um die Onlineverkäufe/Shopeinrichtung/Shoppflege zu kümmern, doch Leute mit diesen Kenntnissen arbeiten nicht auf Aushilfsbasis und sind auch nicht einfach so zu finden. Alle Bewerbungsgespräche, die ich in der Richtung geführt habe, liefen auf 3.000,- € Gehalt plus einen EDV-Arbeitsplatz um 2.000,- € hinaus, waren insofern leider nicht realisierbar.
Und auch das hätte nichts an der dritten Hochzeit, nämlich dem ständigen Kontakt zu neuen Handwerkern, geändert, die man braucht, um das Sortiment zu erweitern...
Tatsache ist, dass ich im Laufe der Monate immer öfter gekränkelt habe. Das Immunsystem, wie es in der Apotheke immer so schön hieß. Ich soll mal halblang machen, mal nicht jeden Sonntag im Laden sein...
Vor knapp über zwei Wochen bin ich vorm Laden gestolpert und auf die Schulter gefallen. Das Blut lief mir Beine und Arme lang, aber ich hab nur die Schmerzen in der Schulter wahrgenommen. Eine Frau aus der Unfallchirurgie im Haus sagte dann auch zu mir, sie hätte sich so erschrocken, als ich gefallen bin, weil sie nur den Gedanken hatte "wenn nun die Schulter gebrochen ist und eine OP nötig wird, wer macht dann in den 8-12 Wochen, die Andrea ausfällt, den Laden???".
Als ich die Notaufnahme gefahren bin, damit mal geschaut wird, ob wirklich nichts gebrochen ist, kam beim routinemäßigen Blutdrucktest heraus, dass mein Blutdruck irrsinnig erhöht ist. Und ich Herzrythmusstörungen hätte. Man wollte mich gleich da behalten...
aber ich musste ja Montag wieder arbeiten. Der Bluttest, den ich vor zwei Wochen habe machen lassen, ist sehr unschön ausgefallen. Ich müsste einen Haufen Tests machen lassen, EKG, EEG...
Insofern war die Entscheidung, den Laden aufzugeben, bevor ich komplett kaputtgehe, die richtige, auch wenn sie mich schmerzt.
Diese Woche hat das Geschäft geschlossen, ab dem 10.08.2015 startet der Abverkauf.
Was die Zukunft bringt, hängt von diversen Faktoren ab, allen voran die Gesundheit. Der bisherige Plan sieht Märkte vor, zudem im Schmuckbereich Schmuckparties, die ohnehin schon aufgrund der Nachfrage in Planung waren. Mit einem Label aus dem Kinderbekleidungsbereich ist inzwischen auch das Thema Kinderbekleidungsparties im Gespräch.
Ich danke allen für den bisherigen gemeinsamen Weg!