22/01/2021
Hmm...
Erschöpfung, Lähmung, Trauer, Matsch im Hirn, kein Platz für Hoffnung, keine Ahnung wann es endet, einen Tag nach dem anderen, so vieles was nicht geht, so viele Tote, so viele Konflikte, Vorwürfe, gegenseitiges Unverständnis, Strohhalme zum dran klammern suchen - Impfungen vielleicht. Zu langsam, zu wenig, auch darüber Streit, Verteilungskämpfe und Uneinigkeit. Ausgebranntes Medizinisches Personal, erschöpfte Mitarbeiter in den Krematorien, auf den Friedhöfen. Fehlende Motivation. Viel zu tun. Alles klappert und knirscht. Standesbeamte:innen die nur noch Rückstellungen machen, damit zumindest die toten Körper sich weniger lange stapeln - auch wenn oft keine Zeit ist Sterbeurkunden auszustellen.
Ermüdung auch im Anblick der Zahlen. 53 Verstorbene, 476 Verstorbene, 1023 Verstobene. Insgesamt über 50.000 Verstorbene.
Im Frühjahr konnte ich die Zahlen aus Italien kaum ertragen. Unsere sind jetzt höher. Und doch. Ermüdung. Und andere Probleme. Die Kita ist zu. Wir brauchen zum Einkaufen jetzt FFP2 Masken. Der Drucker spinnt. 2 von 3 Hosen sind innerhalb einer Woche im Schritt gerissen. Wie schneidet man Haare? Was essen wir gleich? Oh s**t. Schon so spät. Was schnelles. Keine Kraft oder Inspiration für was neues. Ich checke die täglichen Corona-Zahlen wie früher den Wetterbericht. Sinken sie endlich? Sinken sie weiter? Wie schnell? Hoffnung schöpfen oder lohnt sich das eh nicht? Kostet zu viel Energie. Erstmal beobachten. Abwarten.
Die Kinder streiten sich. Terminanfragen für den Sommer. Na das wird hoffentlich ja wieder möglich sein. Auf Absagen von Terminen im Februar warten. Und eigentlich ist es auch alles irgendwie egal. Oder nicht? Nur nicht zu sehr an die Zukunft denken. Das was ich mal geplant hatte. Wo ich hätte sein wollen. Wie ich gehofft hatte, dass mein Leben in 2021 aussehen würde.
Immerhin gesund. Immerhin finde ich ab und an noch Worte. Manchmal lechze ich nach Reaktionen, Kommentaren. Austausch. Dem Gefühl nicht alleine zu sein mit dem Chaos. In anderen Momenten sind mir die Kontakte zu viel. Das Gefühl mich jetzt sich noch mit anderen Menschen auseinander setzen zu müssen. Zu viel. Mein Leben ist so minimiert und manchmal doch zu viel...