29/08/2026
Herrliche Ruhe, das Wohnmobil, ein wenig Zeit für mich – dazu ein großartiger Wein
Wenn wir länger mit dem Wohnmobil unterwegs sind, habe ich immer ein paar besondere Flaschen dabei. Nach dem Bishop folgt heute das zweite Kapitel meiner Dolomitenreise mit Ben Glaetzer.
An einem ruhigen Nachmittag hatte meine Frau beschlossen, in Bozen einen Einkaufsbummel zu machen. Eine allein reisende Nachbarin wollte sie begleiten – was mich natürlich sehr für die beiden freute … und, ganz besonders für mich. Denn das bedeutete: Herren-Nachmittag. 😉
Die beiden machten sich auf den Weg nach Bozen, und ich blieb allein am Wohnmobil zurück. Keine Termine, keine Besichtigungen und für ein paar Stunden auch keine Frage, ob die Schuhe gut aussehen. 😊
Also holte ich eine Flasche Anaperenna hervor, schenkte mir ein Glas ein und machte es mir gemütlich. Übrigens, die Wein-Tumbler sind für unterwegs wirklich gut geeignet, ich mag auch Zalto, aber dann eher zu Hause. Vor einer Reise habe ich noch nie eins heil wieder nach Hause gebracht 😟
Es war kein spektakulärer Nachmittag. Und vielleicht ist er mir gerade deshalb so lebendig in Erinnerung geblieben: diese herrliche Ruhe, das Wohnmobil, ein wenig Zeit nur für mich – und dazu ein großartiges Glas Wein.
Was mir am Anaperenna so gut gefällt
Anaperenna verbindet Shiraz mit Cabernet Sauvignon. In den 2016er bin ich besonders vernarrt: Der Shiraz-Anteil ist etwas höher, und seine 95 Parker-Punkte hat er wirklich verdient.
Der Shiraz bringt die dunkle Frucht, Wärme und die großzügige Fülle des Barossa Valley. Der Cabernet Sauvignon gibt dem Wein Struktur und sorgt dafür, dass er trotz seiner Kraft nicht aus der Spur gerät.
Im Glas zeigen sich Brombeeren, Cassis und reife Pflaumen. Dazu kommen dunkle Schokolade, etwas Lakritz, feine Kräuter und eine würzige Pfeffernote.
Das ist ein kraftvoller Wein – darüber braucht man nicht zu diskutieren. Aber er ist eben nicht nur kraftvoll. Er besitzt Tiefe, Spannung und eine schöne Frische. Seine Tannine sind präsent, aber wunderbar eingebunden. Sein langer, würziger Nachhall lädt dazu ein, noch einmal am Glas zu riechen und den nächsten Schluck nicht zu überstürzen.
Genau das gefällt mir am Anaperenna: Er möchte nicht nebenbei getrunken werden. Man sollte ihm etwas Luft, ein großes Glas und vor allem ein wenig Zeit geben.
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Herzlichst
Hubert Koch
Weinexperte und Inhaber
Weinhaus am Kreuzweiher