24/05/2014
In Anbetracht der anstehenden Kommunalwahlen und aktuellen Ereignissen und Vorkommnissen, haben wir uns entschlossen, diesen Artikel statt in der dritten Ausgabe unserer Schülerzeitung „Ranzenpost“, auf unserer Facebookseite zu veröffentlichen.
Clarissa Gottschalk und Hannah Ostruznjak
(Chefredakteurinnen)
Die pure Neugier trieb uns an einem Sommerabend des Jahres 2013 auf Absatzschuhen und adrett gekleidet zur Stadtratssitzung in der „Brotlaube“ unserer Heimat Mühlhausen.
Wie viele andere an besagtem Abend, hat auch uns der Tagesordnungspunkt „Freibad“ dazu angetrieben, das Sofa zu verlassen.
Beim Eintritt in den Sitzungssaal empfing uns aufgeregtes Murmeln. Froh noch einen Sitzplatz ergattert zu haben, ließen wir den Blick durch die Menge schweifen. Jeder der sich aktiv für die Stadt interessierte war anwesend. 18.00 Uhr begann die Sitzung.
Mit ruhiger Stimme begrüßte uns der Stadtratsvorsitzende Herr Schmerbauch und noch ahnten wir nicht, was uns erwartete...
Tagesordnungspunkt 1, alles läuft ruhig ab. Der Oberbürgermeister Herr Dr. Bruns berichtet uns, was nach der letzten Stadtratssitzung alles in der Stadt geschehen ist.
Da wurde es schlagartig unruhig: Tagesordnungspunkt 15 „Freibad“ wurde vorgezogen.
Die Vertreter der einzelnen Parteien schossen ans Rednerpult. Hitzige Zwiegespräche und laute Debatten wurden nun geführt und Beleidigungen wurden quer durch den Saal geschmissen.
So lernte man recht schnell die einzelnen Gemüter der Räte kennen. Von ruhig und konsequent, bis hitzig und zwischen mehr als einer Meinung taumelnd, ist alles dabei.
Spätestens da wurde uns klar: Wer bis jetzt nicht wusste warum gute Vorschläge und Ideen im Sand verlaufen, den muss man zu einer solchen Versammlung schicken.
Diese Sitzung ist nun einige Monate her und wir besuchten bis jetzt 4 Stadtratssitzungen. Jede von ihnen hatte den gleichen Ablauf. Nicht nur das unselige Freibad wird nun zum Spaltpilz jeglicher strukturierten Diskussion, auch andere Themen wie Erhöhung von Beiträgen und ähnlichem, verschieben das Ende einer Sitzung immer weiter nach hinten.
Morgen stehen die Kommunalwahlen an.
Dementsprechend beleidigt man sich nun auf Facebook, damit auch jeder Bürger sieht:
Seht her ICH bin der einzig wahre Politiker.
Momentan unter vielen Vorgängern am Marterpfahl: Oberbürgermeister Herr Dr. Johannes Bruns. Vergessen sind die Dinge die er in Mühlhausen vorangebracht hat, aus verstaubten Ecken werden die Dinge gekramt, mit denen man der Öffentlichkeit vorgaukeln will:
Alles in Mühlhausen läuft schief. Und die Menschen springen darauf an. Jüngstes Beispiel:
„Offener Brief der Bürgerinitiative für den Erhalt des Freibades“. Da wird Dr. Bruns der Lüge bezichtigt und anstatt dies von Angesicht zu Angesicht zu besprechen, macht man es auf Facebook öffentlich. Und natürlich : Die Öffentlichkeit lässt sich mitziehen in die Spielchen der Politiker.
Da gibt es Kommentare wie „Abwählen.“, von Menschen die man noch nie auf irgendeiner Versammlung gesehen hat. Diskussionen unter dem Brief und Missverständnisse untereinander die es nicht geben würde, würde man sich gegenüberstehen.
Und so etwas, zeigt was in Mühlhausen wirklich schiefläuft: Der zwischenmenschliche Umgang in Stadt- und Kommunalpolitik.
Die Stadträte und Politiker dieser Stadt, sollten sich als Vorbilder für die nachkommenden Generationen sehen. Da wo Jugendliche heutzutage am meisten kommunizieren, im Internet, da wird sich auf mieseste Weise gegeneinander ausgespielt.
So, findet keiner Gefallen an Politik und so wird es keine jungen Politiker in dieser Stadt mehr geben, die anständig gute und kreative Ideen vorbringen, so wird Mühlhausen in spätestens 10 Jahren von einer Generation ruiniert, die nicht mehr auf normalem Wege miteinander debattieren kann.
Und doch gibt es so viele schöne Dinge an Mühlhausen wie die Bepflanzung und Verschönerung der Stadt, den Benefizveranstaltungen für die Bronzestatuen des Untermarktes, kulturelle Veranstaltungen und vieles mehr. Das sollte man nicht außer Acht lassen.
Insofern hoffen wir, dass es im neuen Stadtrat realistische Vorschläge und ruhige Debatten geben wird, damit wir unser Mühlhausen weiter voranbringen.