17/03/2026
Sie sind kaum noch 4 Milliarden Menschen, werden grad mal sechzig, alles ist radioaktiv, Artenvielfalt, abwechslungsreiche Ernährung oder auch nur eine funktionierende Spitzhacke gehören längst der Vergangenheit an.
Doch unter dem fehlenden Druck der zusammengebrochenen Zivilisation erholen sich Teile der Natur rasend, ihre Inselchen sind herzzerreißend grün, im lauwarmen, glasklaren Wasser, dass unzählige Großstädte unter sich begrub, tummeln sich nun Scharen von Delphinen und Meeresschildkröten.
In diesem Szenario sucht der Anglist Thomas Metcalfe ein Gedicht des berühmten Lyrikers Francis Blundy.
Ein Gedicht, das nur wenige einmal während eines Abendessens hörten und das danach nie wieder auftauchte.
In den folgenden Jahrzehnten größter Menschheitskatastrophen wird dieses Gedicht, das niemand kennt zur Legende und Projektionsfläche für alles Ungesagte.
Während seiner langen Suche verliebt sich der Literaturwissenschaftler in unsere Gegenwart und in die Menschen, die in ihr leben. Er träumt von Ihnen, beneidet und verklärt sie.
Bis ihm eines Tages eine Schatzkarte in die Hände fällt und er etwas findet, was ihm und uns, den Lesern schier den Boden unter den Füßen wegreißt.
Der neue Roman von Ian McEwan ist ein meisterhaftes Spiel zwischen Vermutung und Wahrheit und eine das Leben umarmende Liebeserklärung an unsere wunderbare, vom Untergang bedrohte Welt. C.D.