19/09/2026
Grauer Star: Wann wird eine Operation sinnvoll?
Die Zeitung braucht plötzlich mehr Licht, entgegenkommende Autos blenden stärker und alles wirkt ein wenig wie durch einen Schleier? Dahinter kann ein Grauer Star stecken. Wann eine Operation sinnvoll ist, hängt dabei vor allem davon ab, wie sehr das schlechtere Sehen Ihren Alltag beeinträchtigt.
Der Graue Star, medizinisch Katarakt genannt, entwickelt sich meist langsam. Dabei trübt sich die natürliche Augenlinse zunehmend ein.
Wenn die Welt an Kontrast verliert
Konturen werden unschärfer, Farben wirken blasser und helles Licht blendet stärker. Besonders beim Autofahren in der Dämmerung oder Dunkelheit können Scheinwerfer zunehmend stören.
Auch die Brillenstärke kann sich verändern. Eine neue Brille hilft anfangs manchmal noch. Die Linsentrübung selbst lässt sich damit jedoch nicht aufhalten.
Abwarten oder operieren?
Ein Grauer Star muss nicht sofort operiert werden. Solange Sie im Alltag gut zurechtkommen und sich kaum eingeschränkt fühlen, kann häufig zunächst abgewartet werden.
Die einzige wirksame Behandlung des Grauen Stars ist allerdings eine Operation. Einen festen Zeitpunkt dafür gibt es nicht.
Fällt Ihnen das Lesen zunehmend schwer? Erkennen Sie Straßenschilder schlechter? Werden Sie beim Autofahren stark geblendet oder fühlen Sie sich beim Treppensteigen unsicher? Dann sollten Sie mit Ihrer Augenärztin oder Ihrem Augenarzt über eine Operation sprechen.
Erst genau hinschauen
Nicht jede Sehverschlechterung wird durch einen Grauen Star verursacht. Deshalb gehört vor einer Operation eine gründliche augenärztliche Untersuchung dazu.
Dabei wird auch geprüft, ob andere Veränderungen am Auge das Sehvermögen beeinträchtigen. Vor dem Eingriff wird das Auge außerdem genau vermessen, damit die passende Stärke der künstlichen Linse bestimmt werden kann.
Was passiert bei der Operation?
Bei der Kataraktoperation wird die eingetrübte natürliche Augenlinse entfernt und durch eine klare Kunstlinse ersetzt. Der Eingriff wird meist ambulant durchgeführt.
Welche Kunstlinse geeignet ist und ob Sie anschließend noch eine Brille benötigen, hängt von Ihren Augen und Ihren persönlichen Sehgewohnheiten ab.
Warnzeichen ernst nehmen
Nach der Operation sind Kontrolltermine wichtig. Bei starken Schmerzen, deutlicher Rötung oder einer plötzlichen Verschlechterung des Sehens sollten Sie umgehend augenärztliche Hilfe suchen.
Wann über eine Operation sprechen?
• Sie sehen trotz passender Brille zunehmend unscharf.
• Licht und Scheinwerfer blenden deutlich stärker.
• Lesen, Fernsehen oder Autofahren werden schwieriger.
• Sie fühlen sich im Alltag zunehmend unsicher.
• Das schlechtere Sehen schränkt Ihre Lebensqualität ein.
Der richtige Zeitpunkt ist individuell. Entscheidend ist nicht allein ein Messwert, sondern vor allem, wie gut Sie mit Ihrem Sehvermögen im Alltag zurechtkommen.
Quelle: Staude GmbH, Oberhausen - www.staude.de