29/04/2026
Aktueller kann ein Roman nicht sein: Vor dem Hintergrund von ICE-Abschiebe-Exzessen und Fremdenfeindlichkeit in den USA stellt sich die Frage: Was macht einen echten Amerikaner aus?
Dass die Antwort komplex ist, lotet die Autorin Rachel Khong in ihrem Roman "Real Americans" aus. Über drei Generationen folgt sie einer chinesischstämmigen Familie und beleuchtet dabei das Spannungsfeld von American Dream, Identität und Generationenkonflikt; darüber hinaus wirft sie aber auch die Frage auf, wie weit Wissenschaft in Verbindung mit dem menschlichen Streben nach Veränderung und Kontrolle gehen darf.
Am Anfang steht die junge Lilly, Anfang 20, Kind einer chinesischen Einwandererin, die vor der Kulturrevolution geflohen ist. Als Praktikantin lernt sie Matthew kennen, den Neffen des reichen Besitzers einer Pharmafamilie. Doch die Beziehung scheitert - Lilly zieht ihren Sohn Nick allein groß. Erst als Erwachsener trifft Nick ihn wieder. Und wie bereits seine Mutter zuvor fühlt Nick sich gefangen in den Erwartungen der Elterngeneration, ausgesprochenen wie unausgesprochenen.
Erst eine späte Begegnung mit seiner Großmutter kann Nick einige der Fragen beantworten, die die Familie entzweit haben.
Rachel Khong verbindet in ihrem Roman mehrere Genres: Entwicklungsroman, Famliensaga und Wissenschaftsthriller. Kritisch zeigt sie Vorurteile gegenüber Einwanderern auf, ebenso aber auch deren Wunsch, als typische Amerikaner wahrgenommen zu werden.
Tiefgründig, wunderbar zu lesen!