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24/08/2026

Batman: The Killing Joke (Ein tödlicher Witz) Comic-Wiki › Serien
Auch bekannt als The Killing Joke, Lächeln bitte!, Batman: Ein tödlicher Witz
Kurzbeschreibung
Batman: The Killing Joke ist ein 1988 bei DC Comics erschienenes, in sich abgeschlossenes Comic-Einzelheft im 48-seitigen Prestige-Format – kein Mehrteiler, sondern eine eigenständige Graphic Novel. Geschrieben von Alan Moore und gezeichnet von Brian Bolland, erzählt sie eine mögliche Ursprungsgeschichte des Joker und treibt seine Rivalität mit Batman auf die Spitze. Das Werk gilt als eine der einflussreichsten Joker-Geschichten überhaupt, ist aber wegen der Verstümmelung von Barbara Gordon (Batgirl) bis heute umstritten – Kritik, der sich später auch Alan Moore selbst anschloss.
Eckdaten
Original: DC Comics, USA, März 1988 – Prestige-Format-Einzelheft (One-Shot), 48 SeitenAutor: Alan Moore · Zeichner: Brian Bolland · Kolorist: John Higgins (Originalausgabe)Auszeichnungen: Eisner Award 1989 – Bestes Grafisches Album, Bester Autor (Moore), Bester Zeichner (Bolland)Deutsche Ausgabe: ja – zuerst Carlsen (1990) als „Lächeln, bitte!“, seit 2001 bei Panini als „Ein tödlicher Witz“ mehrfach neu aufgelegtStatus: abgeschlossenes Einzelwerk, kein Mehrteiler, keine Fortsetzung
Entstehung & Hintergrund
Brian Bolland kam die Idee zu The Killing Joke nach dem Ansehen von Paul Lenis Stummfilm „The Man Who Laughs“ (1928), dessen entstelltes Dauergrinsen als visuelle Vorlage für den Joker gilt. Alan Moore griff für die Rahmenhandlung auf die Geschichte „The Man Behind the Red Hood!“ aus Detective Comics #168 (1951) zurück, die erstmals andeutete, der Joker sei vor seiner Verwandlung ein gescheiterter Comedian gewesen, der bei einem missglückten Verbrechen in einer Chemiefabrik verunglückte. Moore verdichtete diesen Steckbrief zur zentralen These des Comics: Es brauche nur „einen einzigen schlechten Tag“, um jeden Menschen in den Wahnsinn zu treiben – der Joker versucht genau das an Commissioner Gordon zu beweisen, während Rückblenden parallel die letzte Nacht des Comedians vor seiner Verwandlung erzählen. Stilistisch positionierte Moore die Geschichte zwischen Film noir und deutschem Expressionismus; das offene Ende – ob Batman den Joker am Schluss tötet – blieb bewusst mehrdeutig und wird bis heute diskutiert.
The Killing Joke erschien nicht als Teil einer laufenden Heftreihe, sondern als eigenständiges Prestige-Format-Heft – ein hochwertig produziertes Format für abgeschlossene Einzelgeschichten. Bei den Eisner Awards 1989 gewann der Comic drei Preise: Bestes Grafisches Album, Bester Autor (Moore) und Bester Zeichner (Bolland). Einen Jack-Kirby-Award, wie er dem Werk mitunter zugeschrieben wird, konnte es dagegen nicht gewinnen: Diese Auszeichnung wurde 1987 letztmals vergeben und noch im selben Jahr durch die neuen Eisner und Harvey Awards abgelöst.
Deutsche Veröffentlichungsgeschichte
Die deutsche Erstausgabe erschien 1990 bei Carlsen unter dem Titel „Lächeln, bitte!“ – als dritte Ausgabe der 1989 gestarteten Carlsen-Heftreihe „Batman“, nicht als eigenständiges Album. Nach dem Lizenzwechsel zu Panini folgte 2001 ein Nachdruck im Sammelband „Detective Comics“ #1; seither hält Panini die deutschen Rechte und hat den Titel mehrfach neu aufgelegt, überwiegend unter dem heute gebräuchlichen Titel „Ein tödlicher Witz“. 2017 erschienen gleich zwei Ausgaben parallel: eine schlanke Softcover-Neuausgabe in neuer Übersetzung sowie die großformatige „Batman Deluxe“-Hardcoverausgabe mit zusätzlichem Bonusmaterial im Umfang von drei weiteren Geschichten. 2022 folgte mit „Batman Noir“ eine großformatige Schwarz-Weiß-Ausgabe, die Bollands Zeichnungen ohne Farbe zeigt und zusätzliches Material aus „Batman: Black and White“ 4 sowie „Countdown“ #31 enthält. 2023 legte Panini eine kompaktere, 68-seitige „Alben-Edition“ im klassischen Albenformat nach. Für eine angeblich 1991 gesondert kolorierte deutsche Ausgabe fand sich in der Recherche kein Beleg (⚠️) – wahrscheinlich eine Verwechslung mit der 2008 in den USA erschienenen, von Bolland selbst neu kolorierten Deluxe Edition, die auf Deutsch erst 2017 vorlag.
VerlagZeitraumAusgabeFormatBesonderheitenCarlsen1990„Lächeln, bitte!“ (Batman-Heftreihe, Ausgabe 3)Heftdeutsche Erstausgabe, als Reihenheft, nicht als AlbumPanini2001Nachdruck in „Detective Comics“ Panini-Veröffentlichung nach LizenzwechselPanini2017„Ein tödlicher Witz“ (Neuausgabe)Softcoverneue deutsche ÜbersetzungPanini2017„Batman Deluxe – The Killing Joke“Hardcover, Überformat, 104 S.inkl. 3 Bonusgeschichten, Bollands Neukolorierung von 2008Panini2022„Batman Noir – Killing Joke“Hardcover, Überformat, 116 S.Schwarz-Weiß-Ausgabe, Bonus aus „Black and White“ 4 / „Countdown“ „Killing Joke – Ein tödlicher Witz“ (Alben-Edition)Hardcover, Album, 68 S.kompaktes Albenformat
Inhalt & Themen
The Killing Joke erzählt zwei parallele Zeitebenen: In der Gegenwart entführt der Joker Commissioner Gordon, nachdem er dessen Tochter Barbara Gordon (Batgirl) mit einem Pistolenschuss durch die Wirbelsäule schwer verletzt und dauerhaft gelähmt hat; anschließend fotografiert und demütigt er den gefangenen Gordon, um zu beweisen, dass „ein einziger schlechter Tag“ jeden Menschen in einen Wahnsinnigen wie ihn selbst verwandeln kann. In Rückblenden wird parallel die mutmaßliche Vorgeschichte des Jokers erzählt: ein erfolgloser Comedian, der aus finanzieller Not in ein Verbrechen hineingezogen wird und dabei entstellt zurückbleibt.
Die Verstümmelung Barbara Gordons gehört zu den meistdiskutierten Szenen der Comicgeschichte. Kritikerinnen wie Gail Simone, die 1999 mit ihrer Liste „Women in Refrigerators“ auf die auffällig häufige Gewalt gegen weibliche Nebenfiguren zur Charakterentwicklung männlicher Helden aufmerksam machte, führen die Szene bis heute regelmäßig als Beispiel an. DC reagierte Jahre später, indem Barbara Gordon als Hackerin „Oracle“ zu einer eigenständigen, zentralen Figur des DC-Universums wurde – erst mit dem Reboot „The New 52“ 2011 wurde ihre Lähmung nachträglich als heilbar retconned. Alan Moore selbst äußerte sich später wiederholt selbstkritisch: Er habe der Figur „zu viel melodramatisches Gewicht“ aufgebürdet und empfinde die Geschichte als „zu gewalttätig und sexualisiert“ für eine simple Comicfigur; er sehe in seinem Frühwerk – neben Watchmen – eine Mitverantwortung für den Trend zu düsteren, „brütenden“ Superheldengeschichten der folgenden Jahrzehnte.
Schlüsselausgaben & Sammeln/Zustand/Wert
Sammlerisch relevant sind vor allem zwei Kolorierungen: John Higgins’ kontrastreich-psychedelische Originalfarbgebung von 1988 und die 2008 in den USA von Bolland selbst gedämpfter neu kolorierte „Deluxe Edition“ mit leicht überarbeiteten Zeichnungen. Auf Deutsch liegt Bollands Neukolorierung erst seit der 2017er „Batman Deluxe“-Ausgabe vor; die schwarz-weiße „Batman Noir“-Ausgabe von 2022 umgeht die Farbfrage komplett. Bei deutschen Gebrauchtexemplaren zählt vor allem die Vollständigkeit: Die Carlsen-Erstausgabe von 1990 ist als Reihenheft geführt, nicht als eigenständiges Sammlerstück, und taucht seltener isoliert im Handel auf; die Panini-Ausgaben unterscheiden sich in Bonusmaterial, Format und Kolorierung, sodass Ausgabe, Zustand und Vollständigkeit stärker über die Sammlerattraktivität entscheiden als das bloße Alter. Konkrete Wertangaben lassen sich seriös nicht beziffern – gesucht sind vor allem die Carlsen-Erstausgabe sowie signierte US-Exemplare.
Verwandte Reihen & Figuren
The Killing Joke steht im Zentrum des Batman/Joker-Beziehungsgeflechts und wird häufig neben Alan Moores anderem DC-Meilenstein Watchmen genannt, mit dem es die Entstehungszeit und den kritisch-dekonstruktiven Blick auf das Superheldengenre teilt. Innerhalb der Batman-Mythologie ist der Comic eng mit der Figur der Barbara Gordon (Batgirl/Oracle) verknüpft sowie mit der 2016 erschienenen, gleichnamigen Zeichentrick-Adaption, die auf dem Heft basiert.
Häufige Fragen
Ist The Killing Joke Teil einer fortlaufenden Batman-Serie? Nein. Es handelt sich um ein eigenständiges Prestige-Format-Einzelheft von 1988, keinen Mehrteiler und keine Fortsetzung.
Wird Barbara Gordon in The Killing Joke gelähmt? Ja – der Joker schießt ihr durch die Wirbelsäule. Die Szene gilt als eine der umstrittensten der Comicgeschichte und wurde später auch von Alan Moore selbst kritisiert.
Gibt es The Killing Joke auf Deutsch? Ja, seit 1990 bei Carlsen („Lächeln, bitte!“), seit 2001 bei Panini in mehreren Neuausgaben unter dem Titel „Ein tödlicher Witz“.
Welche Farbversionen gibt es? Die Originalkolorierung von John Higgins (1988) und Brian Bollands eigene, gedämpftere Neukolorierung aus der 2008er US-Deluxe-Edition, die auf Deutsch erst 2017 erschien.
Welche Preise hat The Killing Joke gewonnen? Drei Eisner Awards 1989: Bestes Grafisches Album sowie Bester Autor (Moore) und Bester Zeichner (Bolland). Einen Kirby Award konnte das Werk nicht mehr gewinnen, da diese Auszeichnung bereits 1987 eingestellt wurde.
Zuletzt faktengeprüft: 20.08.2026 · Quelle: Wissens-Vault · Belege: Wikipedia EN – Batman: The Killing Joke, Wikipedia DE – Batman: Lächeln, bitte!, Wikipedia EN – Women in refrigerators, Das Batman-Projekt – Batman: The Killing Joke (Übersicht), Das Batman-Projekt – The Killing Joke: Eine Einführung, Das Batman-Projekt – Wie der Joker das Lachen lernte, Comic-Con International – Eisner Awards, Past Recipients 1980s, The Hahn Library – Eisner Award Summary, The Hahn Library – Jack Kirby Awards, Inverse – Alan Moore Now Believes The Killing Joke Was "Melodramatic", "Not Interesting", My Absolute Collection – Batman: The Killing Joke, Deluxe Edition (Farbvergleich), Panini – Batman Deluxe: The Killing Joke (Produktseite), Kulturkaufhaus – Batman Noir: Killing Joke – Ein tödlicher Witz, Modern Graphics – Batman: The Killing Joke – Ein tödlicher Witz (Alben-Edition), (, Grand Comics Database – Batman: The Killing Joke (DC, 1988 series), First Printing (Referenzlink, nicht direkt abgerufen)
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24/08/2026

Richard Pini Comic-Wiki › Zeichner & Autoren
Richard Pini (geb. 19. Juli 1950 in New Haven, Connecticut) ist ein US-amerikanischer Comicautor und -verleger. Zusammen mit seiner Frau Wendy Pini schuf er ab 1978 die Fantasy-Serie ElfQuest (deutsch: Abenteuer in der Elfenwelt) und gründete mit ihr den Selbstverlag WaRP Graphics — eines der frühesten und einflussreichsten Beispiele für unabhängiges Comic-Publishing in den USA. Während Wendy als Zeichnerin und Haupttexterin die kreative Seite prägte, verantwortete Richard als Co-Autor, Redakteur und Geschäftsführer den Aufbau des Verlags.
Steckbrief
Name: Richard PiniRolle: Autor (Co-Plot/Co-Story) / Verleger / GeschäftsführerGeboren: 19. Juli 1950, New Haven, Connecticut, USALand: USABekannt für: Abenteuer in der Elfenwelt (ElfQuest), Mitgründer von WaRP GraphicsEhepartnerin/Ko-Schöpferin: Wendy Pini
Werk & Bedeutung
Richard Pini wuchs mit einer Vorliebe für Science-Fiction und Comics auf und studierte am Massachusetts Institute of Technology (MIT) Astronomie/Astrophysik, wo er 1972 abschloss. Danach arbeitete er als Dozent, Fotograf und Spezialeffekt-Techniker am Charles Hayden Planetarium in Boston, unterrichtete einige Jahre Astronomie an einer High School und war anschließend kurz bei IBM in Poughkeepsie, New York, angestellt. Wendy Fletcher (die spätere Wendy Pini) lernte er über eine Leserbriefspalte in einem Marvel-Heft kennen; nach mehrjähriger Brieffreundschaft heirateten die beiden 1972.
Als Wendy ihre Elfen-Fantasy-Idee 1977 zu Papier brachte, erschien die erste Fassung im Februar 1978 zunächst bei einem kleinen Fremdverlag (Anthologie Fantasy Quarterly). Aus Unzufriedenheit mit dessen Umgang mit Wendys Originalkunst gründeten Wendy und Richard Pini noch 1977 ihren eigenen Verlag WaRP Graphics — der Name ein Akronym aus „Wendy and Richard Pini". Im Sommer 1978 erschien die erste in Eigenregie verlegte ElfQuest-Ausgabe. Die Aufgabenteilung des Paares war von Anfang an klar umrissen: Wendy zeichnete, war Haupttexterin und kreativer Kopf der Geschichte, während Richard als Co-Autor eng in die Plot-Entwicklung eingebunden war, zugleich aber vor allem Lektorat, Vertrieb, Finanzen und die gesamte Geschäftsführung von WaRP Graphics übernahm — nach eigener Aussage seiner Frau „lernte er das Verlagsgeschäft im Vorbeigehen". 1981 gab er seine IBM-Stelle auf, um sich ganz dem Verlag zu widmen, und trieb unter anderem die Vermarktung über den damals neuen Direktvertrieb (Direct Market) sowie den Verkauf über den regulären Buchhandel voran — ein Schritt, der ElfQuest zusätzlich zum reinen Comicladen-Publikum ein breiteres, auffällig weibliches Lesepublikum erschloss.
Unter Richards geschäftlicher Führung wuchs WaRP Graphics zu einem der größten unabhängigen Comicverlage der USA und wurde zeitweise als viertgrößter amerikanischer Comicverlag hinter Marvel, DC und Dark Horse beschrieben. Neben ElfQuest verlegte WaRP auch Arbeiten anderer Kreativer, etwa MythAdventures (nach Robert Asprin), Thunder Bunny von Martin Greim und A Distant Soil von Colleen Doran, und positionierte sich damit als Plattform für unabhängige Comicautoren jenseits der Marvel/DC-Dominanz. Zusammen mit Pionieren des Direktvertriebs wie Phil Seuling gehören die Pinis zu den Gründungsfiguren der US-amerikanischen Self-Publishing-Bewegung der späten 1970er/frühen 1980er Jahre; ElfQuest gilt als eine der ersten unabhängig verlegten Comicserien, die kommerziell dauerhaft erfolgreich war, ohne von Beginn an bei einem der großen Verlage zu erscheinen.
Richard verhandelte auch die späteren Lizenzausgaben der Serie. Ab 1985 erschien ElfQuest unter Marvels Imprint Epic Comics als kolorierter Nachdruck der Originalserie, was der Serie zusätzliche Reichweite im klassischen Comicladen-Markt verschaffte. 2003 lizenzierten die Pinis nach 25 Jahren Selbstverlag Publikations- und Merchandising-Rechte an DC Comics, behielten dabei aber Eigentum und kreative Kontrolle über das Material; die Zusammenarbeit mit DC endete 2006. Ab 2013 übernahm Dark Horse Comics die Lizenz für Nachdrucke und neues Material (u. a. The Final Quest, Stargazer's Hunt); WaRP Graphics existiert bis heute fort, konzentriert sich inzwischen aber auf digitale Veröffentlichung — sämtliche vor 2014 erschienenen ElfQuest-Ausgaben stehen kostenlos online zur Verfügung. 2019 wurden Wendy und Richard Pini gemeinsam in die Eisner Award Hall of Fame aufgenommen, unter anderem gewürdigt als „indie-publishing groundbreaker".
Deutsche Ausgaben
ElfQuest erschien in Deutschland ab 1984 unter dem Titel Abenteuer in der Elfenwelt beim Bastei Verlag (bis 1992, 37 Bände), ab 1997 in einer Neuausgabe beim Carlsen Verlag. Richard Pini selbst trat dabei primär als Rechteinhaber und Verleger der US-Originalausgabe auf; zu einer eigenständigen redaktionellen Rolle bei den deutschen Ausgaben liegt keine belastbare Quelle vor. ⚠️
Häufige Fragen
Wer ist Richard Pini? Ein US-amerikanischer Comicautor und -verleger, der zusammen mit seiner Frau Wendy Pini die Fantasy-Comicserie ElfQuest schuf und den Selbstverlag WaRP Graphics leitete.
Was war Richards Rolle bei ElfQuest im Vergleich zu Wendy Pini? Wendy zeichnete die Serie und war Haupttexterin, Richard war als Co-Autor an der Plot-Entwicklung beteiligt und verantwortete als Redakteur und Geschäftsführer den kompletten Verlagsbetrieb von WaRP Graphics.
Was ist WaRP Graphics? Der 1977 von Wendy und Richard Pini gegründete Selbstverlag, benannt nach den Initialen „Wendy and Richard Pini". Er brachte ab 1978 ElfQuest im Eigenverlag heraus und wuchs zu einem der größten unabhängigen Comicverlage der USA.
Bei welchen großen Verlagen erschien ElfQuest später in Lizenz? Ab 1985 als Nachdruck bei Marvels Epic Comics, ab 2003 bei DC Comics (bis 2006) und ab 2013 bei Dark Horse Comics — WaRP Graphics behielt dabei stets die Eigentums- und Kreativrechte.
Warum gelten Wendy und Richard Pini als Pioniere des Independent-Publishing? WaRP Graphics zählt zu den frühesten kommerziell erfolgreichen Selbstverlagen der US-Comicbranche und nutzte früh den neu entstandenen Direktvertrieb sowie den Buchhandel als zusätzlichen Absatzweg — beides trug maßgeblich zur Etablierung von Independent Comics als eigenständigem Marktsegment bei.
Zuletzt faktengeprüft: 20.08.2026 · Quelle: Wissens-Vault · Belege: Wendy and Richard Pini – Wikipedia (EN), WaRP Graphics – Wikipedia (EN), Elfquest – Wikipedia (EN), List of Elfquest publications – Wikipedia (EN), ElfQuest – Wikipedia (DE), About WaRP – ElfQuest.com, A (Brief) History of ElfQuest Publishing – elfquest.com, Wendy and Pini, Richard – Encyclopedia.com, Richard Pini – Fancyclopedia 3, Forbes – „Comics Pioneers Supported By Elves For 40 Years Finally End Their Journey" (Rob Salkowitz, 2018), 2019 Eisner Awards – File 770, Four Picked for Eisner Hall of Fame – ICv2
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24/08/2026

Wendy Pini Comic-Wiki › Zeichner & Autoren
Auch bekannt als Wendy Fletcher Pini, Wendy Fletcher
Wendy Pini (geb. Fletcher, 4. Juni 1951 in San Francisco) ist eine US-amerikanische Comiczeichnerin und -autorin. Zusammen mit ihrem Mann Richard Pini schuf sie 1978 die Fantasyserie ElfQuest* – auf Deutsch Abenteuer in der Elfenwelt – und gründete mit ihm den Selbstverlag WaRP Graphics. Sie gilt als eine der prägenden Figuren der unabhängigen US-Comicszene und als Wegbereiterin für Zeichnerinnen im damals männerdominierten Comicgeschäft.
Steckbrief
Geboren: 4. Juni 1951, San Francisco, Kalifornien, USARolle: Zeichnerin, Koloristin, Co-Autorin; Mitgründerin und künstlerische Leiterin von WaRP GraphicsBekannt für: Abenteuer in der Elfenwelt (ElfQuest), gemeinsam mit Ehemann Richard PiniVerheiratet mit: Richard Pini (seit 1972)Auszeichnungen (Auswahl): Inkpot Award (1980), Friends of Lulu Women Cartoonists Hall of Fame (2002), Eisner Award Hall of Fame (2019)
Werk & Bedeutung
Wendy Pini wuchs in San Francisco auf und zeigte schon als Kind zeichnerisches Talent. Literarisch prägten sie eigenen Angaben zufolge Shakespeare und Rudyard Kipling, künstlerisch der viktorianische Illustrator Arthur Rackham ebenso wie Walt Disney, Jack Kirby und der japanische Manga-Zeichner Osamu Tezuka – ein Einfluss, der später oft herangezogen wird, um den eigenständigen, von Manga-Ästhetik mitgeprägten Stil von ElfQuest zu erklären. In den 1970er-Jahren arbeitete sie als Illustratorin für Science-Fiction-Magazine wie Galaxy Science Fiction und Galileo und trat auf Science-Fiction- und Comic-Conventions auf. Bekannt wurde sie dort unter anderem durch aufwendige Kostümauftritte als Robert E. Howards Figur Red Sonja – heute oft als frühes, einflussreiches Beispiel dessen genannt, was später als Cosplay bezeichnet wurde, damals aber schlicht Teil der Fan-Convention-Kultur war.
1972 heiratete sie Richard Pini, einen Astronomen und ehemaligen IBM-Angestellten mit MIT-Abschluss, den sie zuvor vier Jahre lang brieflich kennengelernt hatte. 1977 gründeten beide den Verlag WaRP Graphics – der Name ein Akronym aus „Wendy And Richard Pini" – mit Sitz in Poughkeepsie, New York. Im Februar 1978 erschien dort im Selbstverlag das erste Heft von ElfQuest. Die Serie erzählt die Geschichte eines vertriebenen Elfenstamms auf der Suche nach anderen Elfenvölkern und verknüpft dies mit einer parallel erzählten Menschheitsgeschichte.
Bei ElfQuest teilten sich die Pinis die Arbeit klar auf: Wendy zeichnete, kolorierte und war als Co-Autorin für Figurenentwürfe und die Grundgeschichte verantwortlich, während Richard als Co-Plotter, Redakteur und vor allem als Verleger und Geschäftsführer von WaRP Graphics fungierte. Keiner von beiden hatte Verlagserfahrung – Richard eignete sich das Geschäft nach eigener Aussage seiner Frau „on the job" an. Diese Aufgabenteilung, verbunden mit dem kommerziellen Erfolg der komplett in Eigenregie verlegten Serie, machte ElfQuest zu einem der bekanntesten Beispiele für den Erfolg unabhängiger, kreatoreigener Comicproduktion außerhalb der großen US-Verlage – zu einer Zeit, in der Independent- und Creator-Owned-Comics noch die Ausnahme waren. Wendy Pinis Rolle als zeichnende und mitschreibende Kraft hinter einer derart erfolgreichen Serie machte sie zudem zu einem sichtbaren Vorbild für Frauen im US-Comicgeschäft der späten 1970er- und 1980er-Jahre, einer Branche, die damals fast ausschließlich von Männern geprägt war.
Neben ElfQuest schuf Wendy Pini eigenständige Arbeiten wie zwei Graphic Novels zur Fernsehserie Die Schöne und das Biest (Beauty and the Beast) sowie 2007 Masque of the Red Death, eine als Graphic Novel und Webcomic veröffentlichte, futuristische Neuinterpretation der Erzählung von Edgar Allan Poe. Daneben steuerte sie über die Jahre gelegentlich Illustrationen und Cover für andere Verlage bei; ⚠️ eine genaue, belegte Liste dieser Fremdverlags-Arbeiten (u. a. wird Marvel, DC sowie First Comics, Comico und Dark Horse genannt) ließ sich nur über eine einzelne Quelle (Baltimore Comic-Con-Biografie) bestätigen und ist daher nicht abschließend gesichert. In jüngerer Zeit wirkte sie als Story-Editorin an einer Hörspiel-/Audio-Adaption von ElfQuest mit (Dagaz Media/Realm.fm).
Für ihr Lebenswerk wurde Wendy Pini mehrfach ausgezeichnet: 1980 erhielten Wendy und Richard Pini gemeinsam den Inkpot Award, 2002 wurde sie in die Friends of Lulu Women Cartoonists Hall of Fame aufgenommen, und 2019 wurden Wendy und Richard Pini gemeinsam in die Eisner Award Hall of Fame berufen – die höchste Ehrung der US-Comicbranche, mit der ausdrücklich ihre Pionierleistung für ElfQuest und die unabhängige Comicszene gewürdigt wurde. ⚠️ Ein 1979 verliehener Ed-Aprill- bzw. Alley Award für ElfQuest ließ sich ebenfalls nur über eine Quelle bestätigen.
Deutsche Ausgaben
ElfQuest erschien in Deutschland unter dem Titel Abenteuer in der Elfenwelt zunächst von 1984 bis 1992 beim Bastei Verlag (37 Bände), später ab 1997 in einer Neuauflage beim Carlsen Verlag, teils übersetzt von Wolfgang Hohlbein. Wendy Pinis Zeichnungen und ihre gemeinsam mit Richard Pini entwickelte Geschichte bildeten dabei durchgehend die Grundlage der deutschen Ausgaben.
Häufige Fragen
Wer ist Wendy Pini? Eine US-amerikanische Comiczeichnerin und -autorin ( 1951), die zusammen mit ihrem Mann Richard Pini die Fantasyserie ElfQuest* (dt. Abenteuer in der Elfenwelt) schuf und den Verlag WaRP Graphics gründete.
Hat Wendy Pini ElfQuest gezeichnet oder geschrieben? Beides in Teilen: Sie zeichnete und kolorierte die Serie und war als Co-Autorin für Figuren und Grundgeschichte verantwortlich, während Richard Pini als Co-Plotter, Redakteur und Verleger arbeitete.
Wann wurde WaRP Graphics gegründet? 1977, benannt nach den Initialen von Wendy And Richard Pini; die erste ElfQuest-Ausgabe erschien im Februar 1978 im Selbstverlag.
Ist Wendy Pini mit Richard Pini verheiratet? Ja, seit 1972.
Welche Auszeichnungen hat Wendy Pini erhalten? Unter anderem den Inkpot Award (1980), die Aufnahme in die Friends of Lulu Women Cartoonists Hall of Fame (2002) und die Eisner Award Hall of Fame (2019, gemeinsam mit Richard Pini).
Welche Werke schuf Wendy Pini außerhalb von ElfQuest? Zwei Graphic Novels zur TV-Serie Beauty and the Beast und die Poe-Adaption Masque of the Red Death (2007) gelten als am besten belegt; weitere Illustrations-/Coverarbeiten für andere Verlage sind nur schwächer belegt.
Zuletzt faktengeprüft: 20.08.2026 · Quelle: Wissens-Vault · Belege: Wikipedia (EN) – Wendy and Richard Pini, Wikipedia (DE) – Wendy Pini, Wikipedia (DE) – ElfQuest, Lambiek Comiclopedia – Wendy and Richard Pini, ElfQuest.com – About the Creators, Baltimore Comic-Con – Wendy Pini, Women in Comics Wiki – Wendy Pini, File 770 – 2019 Eisner Awards, Vintage Everyday – Wendy Pini as Red Sonja
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24/08/2026

Schnitter Comic-Wiki › Charaktere
Auch bekannt als Cutter, Schnitter (Cutter)
Schnitter, im amerikanischen Original Cutter, ist der Häuptling der Wolfsreiter und die zentrale Heldenfigur der gesamten Saga Abenteuer in der Elfenwelt (Originaltitel ElfQuest) von Wendy und Richard Pini. Als elfter Häuptling einer langen Ahnenreihe führt er seinen Stamm nach der Vertreibung aus dem Heimatwald auf die Suche nach anderen Elfenvölkern – eine Reise, die die Serie über Jahrzehnte trägt und ihn vom jungen, impulsiven Anführer zum reifen Familienvater und Brückenbauer zwischen den Elfenstämmen werden lässt.
Eckdaten
Originalname: CutterDeutscher Name: Schnitter (Bastei-Übersetzung ab 1984)Rolle: Häuptling (elfter in der Blutlinie) der WolfsreiterSpezies: ElfVater: Bearclaw, sein Vorgänger als HäuptlingMutter: JoyleafBester Freund/Seelenbruder: Himmelweis (Skywise)Lebenspartnerin: Leetah, Heilerin vom SonnenvolkKinder: Sonnenstrahl (Suntop) und Fünkchen (Ember), Zwillinge; später weitere NachkommenSchöpfer: Wendy Pini (Konzept/Text), Richard Pini (Zeichnung)Serie: Abenteuer in der Elfenwelt
Entstehung & Bedeutung
Wendy Pini beschreibt Schnitter als „ihren" Elfen – im Gegensatz zu Himmelweis, den sie als Richard Pinis Figur bezeichnet – und als den Träger der zentralen Frage der Serie: Woher stammt dieser verfolgte Elfenstamm wirklich, und wohin gehört er? Über die gesamte, rund 40 Jahre laufende Geschichte hinweg ist Schnitter der Held, an dessen Reise sich die Antwort entfaltet.
Angelegt ist er als Mischung aus den besten Eigenschaften seiner Eltern: die wilde, impulsive Seite von Bearclaw und die besonnene Weisheit von Joyleaf. Nach dem Tod seiner Eltern durch das Monster Madcoil übernimmt er als junger Elf die Führung des dezimierten Stamms – ein früher Verlust, der seinen gesamten weiteren Weg prägt. Wichtig für die Einordnung der Figur ist, dass Wendy Pini ihn bewusst nicht als klassischen, autoritätssuchenden Anführer angelegt hat: Sie betont in Interviews, Führung sei „das Letzte", was Schnitter je gewollt habe – er wächst in die Rolle hinein, statt sie zu suchen. Diese Distanz zum reinen Heldenklischee zeigt sich auch am Ende der Gesamtgeschichte: In der Abschlussreihe ElfQuest: The Final Quest (2018) stirbt Schnitter nicht im heroischen Kampf, sondern einen stillen, unspektakulären Tod im Kreis seiner Familie – nach Pinis eigener Beschreibung eine bewusste Abkehr vom Klischee des Anführers, der „mit blitzendem Schwert" abtritt.
Prägend für die Figur sind zudem seine engsten Beziehungen: die bedingungslose Seelenfreundschaft zu Himmelweis, der ihn auf nahezu jedem Abenteuer begleitet, und die Partnerschaft mit Leetah vom Sonnenvolk, die er nach dem „Erkennen" – einer instinktiven, unter Wolfsreitern üblichen Form der Partnerfindung – als Lebensgefährtin für sich beansprucht. Die anfängliche Fremdheit zwischen dem „rustikalen" Wolfsreiter und der sanfteren Heilerin Leetah, die sich zu einer der zentralen Liebesgeschichten der Serie entwickelt, sowie die gemeinsamen Kinder Sonnenstrahl und Fünkchen machen Schnitter zum verbindenden Element zwischen den unterschiedlichen Elfenstämmen, die er im Lauf der Handlung zusammenführt.
Deutsche Veröffentlichung
Schnitter ist der deutsche Name, unter dem Cutter seit der ersten deutschen Ausgabe der Serie bekannt ist. Der Bastei Verlag brachte ElfQuest ab August 1984 unter dem Reihentitel Abenteuer in der Elfenwelt auf Deutsch heraus, mit Schnitter als Anführerfigur bereits im ersten Band. Die Bastei-Ausgabe lief bis September 1992 und umfasste 37 Hefte/Bände als vierfarbige Alben – während die US-Originalausgabe zunächst schwarzweiß erschien. Ältere Bände wurden von Wolfgang Hohlbein übersetzt. Ab 1997 legte der Carlsen Verlag die Serie unter demselben deutschen Reihentitel in einer großformatigen Neuausgabe auf, bei der jeweils zwei bis drei US-Originalbände zu einem Album zusammengefasst wurden; diese Neuauflage erstreckte sich bis etwa 2000 auf rund 20 Alben.
VerlagZeitraumAnzahlFormat/RhythmusBesonderheitenBastei VerlagAug. 1984 – Sep. 199237 Hefte/Bändevierfarbige Alben (US-Original zunächst SW)Deutscher Figurenname „Schnitter"; Teilübersetzung durch Wolfgang HohlbeinCarlsen Verlag1997–2000rund 20 Albengroßformatig, vierfarbig, je 2–3 US-Bände zusammengefasstNeuauflage unter gleichem Reihentitel
Der Name Schnitter hat sich seither als feste deutsche Bezeichnung der Figur etabliert und wird auch in späteren Sekundärquellen zur Serie durchgehend verwendet.
Häufige Fragen
Wer ist Schnitter in „Abenteuer in der Elfenwelt"? Schnitter ist der Häuptling der Wolfsreiter und die Hauptfigur der Serie – er führt seinen Stamm nach der Vertreibung aus dem Heimatwald auf die Suche nach anderen Elfenvölkern.
Wie heißt Schnitter im amerikanischen Original? Im Original heißt er Cutter; der Name Schnitter stammt aus der deutschen Bastei-Übersetzung ab 1984.
Wer sind Schnitters Eltern? Sein Vater Bearclaw war sein Vorgänger als Häuptling der Wolfsreiter, seine Mutter heißt Joyleaf. Beide sterben früh in der Serie durch das Monster Madcoil, wodurch Schnitter jung die Führung übernimmt.
Wer ist Schnitters Lebenspartnerin, und welche Kinder hat er? Seine Lebenspartnerin ist Leetah, eine Heilerin vom Sonnenvolk. Mit ihr hat er die Zwillinge Sonnenstrahl und Fünkchen.
Wer ist Himmelweis, und welche Rolle spielt er für Schnitter? Himmelweis (Skywise) ist Schnitters engster Freund und ständiger Begleiter, dessen Bindung zu ihm über gewöhnliche Freundschaft hinausgeht.
Stirbt Schnitter im Lauf der Serie? Ja: In der Abschlussreihe ElfQuest: The Final Quest (2018) stirbt er am Ende der Gesamtgeschichte einen ruhigen Tod im Kreis seiner Familie statt im Kampf – nach Aussage von Wendy Pini eine bewusste Abkehr vom klassischen Heldentod.
Zuletzt faktengeprüft: 20.08.2026 · Quelle: Wissens-Vault · Belege: Cutter – ElfQuest (offizielle Website), List of Elfquest characters – Wikipedia (EN), Cutter – Comic Vine, Elfquest – Wikipedia (DE), ElfQuest – Abenteuer in der Elfenwelt – Highlightzone, Elfenwelt (Bastei) – Indexliste – Marvelcomics-online.de, Wendy Pini and Richard Pini on ElfQuest's Rich History – CBR, ElfQuest: The Final Quest Volumes 3–4 – Graphic Novelty², Cutter – ElfQuest Wiki (Fandom, Sekundärquelle)
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