24/08/2026
Batman: The Killing Joke (Ein tödlicher Witz) Comic-Wiki › Serien
Auch bekannt als The Killing Joke, Lächeln bitte!, Batman: Ein tödlicher Witz
Kurzbeschreibung
Batman: The Killing Joke ist ein 1988 bei DC Comics erschienenes, in sich abgeschlossenes Comic-Einzelheft im 48-seitigen Prestige-Format – kein Mehrteiler, sondern eine eigenständige Graphic Novel. Geschrieben von Alan Moore und gezeichnet von Brian Bolland, erzählt sie eine mögliche Ursprungsgeschichte des Joker und treibt seine Rivalität mit Batman auf die Spitze. Das Werk gilt als eine der einflussreichsten Joker-Geschichten überhaupt, ist aber wegen der Verstümmelung von Barbara Gordon (Batgirl) bis heute umstritten – Kritik, der sich später auch Alan Moore selbst anschloss.
Eckdaten
Original: DC Comics, USA, März 1988 – Prestige-Format-Einzelheft (One-Shot), 48 SeitenAutor: Alan Moore · Zeichner: Brian Bolland · Kolorist: John Higgins (Originalausgabe)Auszeichnungen: Eisner Award 1989 – Bestes Grafisches Album, Bester Autor (Moore), Bester Zeichner (Bolland)Deutsche Ausgabe: ja – zuerst Carlsen (1990) als „Lächeln, bitte!“, seit 2001 bei Panini als „Ein tödlicher Witz“ mehrfach neu aufgelegtStatus: abgeschlossenes Einzelwerk, kein Mehrteiler, keine Fortsetzung
Entstehung & Hintergrund
Brian Bolland kam die Idee zu The Killing Joke nach dem Ansehen von Paul Lenis Stummfilm „The Man Who Laughs“ (1928), dessen entstelltes Dauergrinsen als visuelle Vorlage für den Joker gilt. Alan Moore griff für die Rahmenhandlung auf die Geschichte „The Man Behind the Red Hood!“ aus Detective Comics #168 (1951) zurück, die erstmals andeutete, der Joker sei vor seiner Verwandlung ein gescheiterter Comedian gewesen, der bei einem missglückten Verbrechen in einer Chemiefabrik verunglückte. Moore verdichtete diesen Steckbrief zur zentralen These des Comics: Es brauche nur „einen einzigen schlechten Tag“, um jeden Menschen in den Wahnsinn zu treiben – der Joker versucht genau das an Commissioner Gordon zu beweisen, während Rückblenden parallel die letzte Nacht des Comedians vor seiner Verwandlung erzählen. Stilistisch positionierte Moore die Geschichte zwischen Film noir und deutschem Expressionismus; das offene Ende – ob Batman den Joker am Schluss tötet – blieb bewusst mehrdeutig und wird bis heute diskutiert.
The Killing Joke erschien nicht als Teil einer laufenden Heftreihe, sondern als eigenständiges Prestige-Format-Heft – ein hochwertig produziertes Format für abgeschlossene Einzelgeschichten. Bei den Eisner Awards 1989 gewann der Comic drei Preise: Bestes Grafisches Album, Bester Autor (Moore) und Bester Zeichner (Bolland). Einen Jack-Kirby-Award, wie er dem Werk mitunter zugeschrieben wird, konnte es dagegen nicht gewinnen: Diese Auszeichnung wurde 1987 letztmals vergeben und noch im selben Jahr durch die neuen Eisner und Harvey Awards abgelöst.
Deutsche Veröffentlichungsgeschichte
Die deutsche Erstausgabe erschien 1990 bei Carlsen unter dem Titel „Lächeln, bitte!“ – als dritte Ausgabe der 1989 gestarteten Carlsen-Heftreihe „Batman“, nicht als eigenständiges Album. Nach dem Lizenzwechsel zu Panini folgte 2001 ein Nachdruck im Sammelband „Detective Comics“ #1; seither hält Panini die deutschen Rechte und hat den Titel mehrfach neu aufgelegt, überwiegend unter dem heute gebräuchlichen Titel „Ein tödlicher Witz“. 2017 erschienen gleich zwei Ausgaben parallel: eine schlanke Softcover-Neuausgabe in neuer Übersetzung sowie die großformatige „Batman Deluxe“-Hardcoverausgabe mit zusätzlichem Bonusmaterial im Umfang von drei weiteren Geschichten. 2022 folgte mit „Batman Noir“ eine großformatige Schwarz-Weiß-Ausgabe, die Bollands Zeichnungen ohne Farbe zeigt und zusätzliches Material aus „Batman: Black and White“ 4 sowie „Countdown“ #31 enthält. 2023 legte Panini eine kompaktere, 68-seitige „Alben-Edition“ im klassischen Albenformat nach. Für eine angeblich 1991 gesondert kolorierte deutsche Ausgabe fand sich in der Recherche kein Beleg (⚠️) – wahrscheinlich eine Verwechslung mit der 2008 in den USA erschienenen, von Bolland selbst neu kolorierten Deluxe Edition, die auf Deutsch erst 2017 vorlag.
VerlagZeitraumAusgabeFormatBesonderheitenCarlsen1990„Lächeln, bitte!“ (Batman-Heftreihe, Ausgabe 3)Heftdeutsche Erstausgabe, als Reihenheft, nicht als AlbumPanini2001Nachdruck in „Detective Comics“ Panini-Veröffentlichung nach LizenzwechselPanini2017„Ein tödlicher Witz“ (Neuausgabe)Softcoverneue deutsche ÜbersetzungPanini2017„Batman Deluxe – The Killing Joke“Hardcover, Überformat, 104 S.inkl. 3 Bonusgeschichten, Bollands Neukolorierung von 2008Panini2022„Batman Noir – Killing Joke“Hardcover, Überformat, 116 S.Schwarz-Weiß-Ausgabe, Bonus aus „Black and White“ 4 / „Countdown“ „Killing Joke – Ein tödlicher Witz“ (Alben-Edition)Hardcover, Album, 68 S.kompaktes Albenformat
Inhalt & Themen
The Killing Joke erzählt zwei parallele Zeitebenen: In der Gegenwart entführt der Joker Commissioner Gordon, nachdem er dessen Tochter Barbara Gordon (Batgirl) mit einem Pistolenschuss durch die Wirbelsäule schwer verletzt und dauerhaft gelähmt hat; anschließend fotografiert und demütigt er den gefangenen Gordon, um zu beweisen, dass „ein einziger schlechter Tag“ jeden Menschen in einen Wahnsinnigen wie ihn selbst verwandeln kann. In Rückblenden wird parallel die mutmaßliche Vorgeschichte des Jokers erzählt: ein erfolgloser Comedian, der aus finanzieller Not in ein Verbrechen hineingezogen wird und dabei entstellt zurückbleibt.
Die Verstümmelung Barbara Gordons gehört zu den meistdiskutierten Szenen der Comicgeschichte. Kritikerinnen wie Gail Simone, die 1999 mit ihrer Liste „Women in Refrigerators“ auf die auffällig häufige Gewalt gegen weibliche Nebenfiguren zur Charakterentwicklung männlicher Helden aufmerksam machte, führen die Szene bis heute regelmäßig als Beispiel an. DC reagierte Jahre später, indem Barbara Gordon als Hackerin „Oracle“ zu einer eigenständigen, zentralen Figur des DC-Universums wurde – erst mit dem Reboot „The New 52“ 2011 wurde ihre Lähmung nachträglich als heilbar retconned. Alan Moore selbst äußerte sich später wiederholt selbstkritisch: Er habe der Figur „zu viel melodramatisches Gewicht“ aufgebürdet und empfinde die Geschichte als „zu gewalttätig und sexualisiert“ für eine simple Comicfigur; er sehe in seinem Frühwerk – neben Watchmen – eine Mitverantwortung für den Trend zu düsteren, „brütenden“ Superheldengeschichten der folgenden Jahrzehnte.
Schlüsselausgaben & Sammeln/Zustand/Wert
Sammlerisch relevant sind vor allem zwei Kolorierungen: John Higgins’ kontrastreich-psychedelische Originalfarbgebung von 1988 und die 2008 in den USA von Bolland selbst gedämpfter neu kolorierte „Deluxe Edition“ mit leicht überarbeiteten Zeichnungen. Auf Deutsch liegt Bollands Neukolorierung erst seit der 2017er „Batman Deluxe“-Ausgabe vor; die schwarz-weiße „Batman Noir“-Ausgabe von 2022 umgeht die Farbfrage komplett. Bei deutschen Gebrauchtexemplaren zählt vor allem die Vollständigkeit: Die Carlsen-Erstausgabe von 1990 ist als Reihenheft geführt, nicht als eigenständiges Sammlerstück, und taucht seltener isoliert im Handel auf; die Panini-Ausgaben unterscheiden sich in Bonusmaterial, Format und Kolorierung, sodass Ausgabe, Zustand und Vollständigkeit stärker über die Sammlerattraktivität entscheiden als das bloße Alter. Konkrete Wertangaben lassen sich seriös nicht beziffern – gesucht sind vor allem die Carlsen-Erstausgabe sowie signierte US-Exemplare.
Verwandte Reihen & Figuren
The Killing Joke steht im Zentrum des Batman/Joker-Beziehungsgeflechts und wird häufig neben Alan Moores anderem DC-Meilenstein Watchmen genannt, mit dem es die Entstehungszeit und den kritisch-dekonstruktiven Blick auf das Superheldengenre teilt. Innerhalb der Batman-Mythologie ist der Comic eng mit der Figur der Barbara Gordon (Batgirl/Oracle) verknüpft sowie mit der 2016 erschienenen, gleichnamigen Zeichentrick-Adaption, die auf dem Heft basiert.
Häufige Fragen
Ist The Killing Joke Teil einer fortlaufenden Batman-Serie? Nein. Es handelt sich um ein eigenständiges Prestige-Format-Einzelheft von 1988, keinen Mehrteiler und keine Fortsetzung.
Wird Barbara Gordon in The Killing Joke gelähmt? Ja – der Joker schießt ihr durch die Wirbelsäule. Die Szene gilt als eine der umstrittensten der Comicgeschichte und wurde später auch von Alan Moore selbst kritisiert.
Gibt es The Killing Joke auf Deutsch? Ja, seit 1990 bei Carlsen („Lächeln, bitte!“), seit 2001 bei Panini in mehreren Neuausgaben unter dem Titel „Ein tödlicher Witz“.
Welche Farbversionen gibt es? Die Originalkolorierung von John Higgins (1988) und Brian Bollands eigene, gedämpftere Neukolorierung aus der 2008er US-Deluxe-Edition, die auf Deutsch erst 2017 erschien.
Welche Preise hat The Killing Joke gewonnen? Drei Eisner Awards 1989: Bestes Grafisches Album sowie Bester Autor (Moore) und Bester Zeichner (Bolland). Einen Kirby Award konnte das Werk nicht mehr gewinnen, da diese Auszeichnung bereits 1987 eingestellt wurde.
Zuletzt faktengeprüft: 20.08.2026 · Quelle: Wissens-Vault · Belege: Wikipedia EN – Batman: The Killing Joke, Wikipedia DE – Batman: Lächeln, bitte!, Wikipedia EN – Women in refrigerators, Das Batman-Projekt – Batman: The Killing Joke (Übersicht), Das Batman-Projekt – The Killing Joke: Eine Einführung, Das Batman-Projekt – Wie der Joker das Lachen lernte, Comic-Con International – Eisner Awards, Past Recipients 1980s, The Hahn Library – Eisner Award Summary, The Hahn Library – Jack Kirby Awards, Inverse – Alan Moore Now Believes The Killing Joke Was "Melodramatic", "Not Interesting", My Absolute Collection – Batman: The Killing Joke, Deluxe Edition (Farbvergleich), Panini – Batman Deluxe: The Killing Joke (Produktseite), Kulturkaufhaus – Batman Noir: Killing Joke – Ein tödlicher Witz, Modern Graphics – Batman: The Killing Joke – Ein tödlicher Witz (Alben-Edition), (, Grand Comics Database – Batman: The Killing Joke (DC, 1988 series), First Printing (Referenzlink, nicht direkt abgerufen)
Passend dazu im Shop: 🛒 Batman: The Killing Joke im Shop ansehen →
« Batman: The Dark Knight · Alle Serien · Beatifica Blues »