19/06/2026
DER TOD IM LICHTE DER AUFERSTEHUNG
CRISIS 15 – Journal für christliche Kultur
In der 15. Ausgabe widmen wir uns einem Thema, das jeden Menschen betrifft – und das unsere Zeit doch am liebsten ausblendet: dem Tod. Was bedeutet er eigentlich? Ist er nur das biologische Ende unseres Daseins? Ist er, wie der Apostel sagt, „der Sünde Sold“ (Röm 6,23) – eine letzte Grenze, die alles abschließt? Oder ist der Tod zugleich ein geheimnisvoller Ort, an dem sichtbar wird, wofür wir leben? Wir wollen dem Mysterium des Todes nachgehen: nicht sensationshungrig, nicht morbid, nicht als Tabu – sondern als geistliche Wirklichkeit. Denn der Tod ist in der christlichen Sicht keineswegs eine bloße Randnotiz. Er steht im Zentrum der Heilsgeschichte. Er ist Folge des Sündenfalls – und doch hat er nicht das letzte Wort. Die Mitte des christlichen Glaubens ist nicht eine Idee, sondern ein Ereignis: dass Christus in den Tod hinabstieg und ihn besiegt hat. Darum singt die Kirche an Ostern: „Christus ist erstanden von den Toten, Er hat den Tod durch den Tod zertreten und denen in den Gräbern das Leben geschenkt!“ Gerade von hier aus lohnt auch der Blick auf unsere Gegenwart. Denn noch nie hat die Moderne so sehr versucht, den Tod zu kontrollieren – oder ihn zu überlisten. Der Wunsch nach ewiger Jugend, die Verheißung technischer Selbstoptimierung, ja sogar Träume von Unsterblichkeit stehen neben einer anderen Entwicklung: der wachsenden Bereitschaft, Leben als Zumutung zu betrachten. Abtreibung, Sterbehilfe, Euthanasie – all das sind nicht nur politische Debatten, sondern Zeichen einer tieferen Krise. Selbst philosophische Strömungen wie der Antinatalismus erklären das Geborenwerden bereits zum Schaden. Wir fragen deshalb: Was geschieht mit einer Kultur, die den Tod verdrängen will – und das Leben zugleich nicht mehr bejahen will? Was bedeutet Würde, wenn Krankheit, Alter und Sterben nicht mehr „passen“? Und welche Hoffnung trägt, wenn alles brüchig wird? Nicht das Ausmalen des Dunklen steht im Mittelpunkt, sondern die Frage nach dem Licht. Es geht um Wahrheit – und um Trost. Denn die christliche Botschaft ist nicht Vertröstung, sondern eine Hoffnung, die den Tod ernst nimmt und dennoch sagt: Das Leben ist Gabe. Der Tod ist der Feind. Und Christus ist der Sieger.
Autoren: Markus Fifka, Dr. Nicolae Robert Geisler, Walt Garlington, Anna-Maria und Roland Chr. Hoffmann-Plesch, GIORGI SCHMITZ, Paul Elias Truhöl, Benedigt Kredenz, Erzpriester Mihail Rahr, Janis Tortora, Beile Ratut
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