25/09/2026
Der Reisighaufen im Garten – Winterquartier fuer mehr Bewohner, als man denkt
Was fuer das menschliche Auge nach Unordnung aussieht, ist fuer die Tierwelt im Garten eine Ueberlebensstation.
Ein Reisighaufen aus Aesten, Zweigen und Laub bietet im Winter Schutz vor Kaelte, Wind und Fressfeinden. Unter der Oberflaeche entsteht ein Netz aus Hohlraeumen, in dem sich verschiedene Tierarten einrichten – oft nur wenige Zentimeter voneinander entfernt.
Der Igel grabt sich tief in die untere Schicht aus Laub und Pflanzenmaterial. Dort haelt er seinen Winterschlaf, von November bis Maerz, bei einer Koerpertemperatur von nur wenigen Grad. Ein Reisighaufen, der im Herbst ungestoert bleibt, ist eines der besten Winterquartiere, die ein Garten bieten kann.
Die Spitzmaus und die Erdmaus nutzen Gaenge und Kammern unter dem Haufen. Anders als der Igel halten sie keinen Winterschlaf, sondern bleiben aktiv und brauchen das ganze Jahr ueber Unterschlupf und Nahrung.
Erdkroeten und Bergmolche ueberwintern in feuchten Hohlraeumen zwischen Holz und Laub, in einer Kaeltestarre, aus der sie erst im Fruehjahr bei steigenden Temperaturen erwachen.
Zaunkoenig, Rotkehlchen und Heckenbraunelle finden zwischen den Aesten geschuetzte Schlafplaetze. Der Zaunkoenig kuschelt sich in kalten Naechten sogar mit mehreren Artgenossen zusammen, um Waerme zu sparen.
Ueberwinternde Insekten – Florfliegen, Marienkaefer, Wildbienen und Laufkaefer – nutzen Spalten und Ritzen in der Rinde als Winterquartier. Sie sind im Fruehjahr die ersten Nuetzlinge, die im Garten aktiv werden.
So legt man einen guten Reisighaufen an: Groessere Aeste und Holzstuecke als Basis, darauf duennere Zweige, und das Ganze mit einer Schicht Herbstlaub abdecken. Der Platz sollte halbschattig und windgeschuetzt sein, am besten in einer ruhigen Gartenecke. Einmal angelegt, bleibt der Haufen ueber den Winter ungestoert – nicht umschichten, nicht verbrennen, nicht entfernen.
In vielen deutschen Gemeinden ist das Verbrennen von Gartenabfaellen ohnehin nur eingeschraenkt oder gar nicht erlaubt. Wer den Reisighaufen stehen laesst, spart sich den Weg zum Wertstoffhof und bietet gleichzeitig Lebensraum fuer Dutzende Arten.